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Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
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198
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dem rechten Flügel an Kleinmünchen, mit dem linken in dieAuen an der Traun, um die Straße von Wels zu decken.Rittmeister Hohenegg hielt mit 1 Escadron Uhlanen und2 Compagnien GradiScaner die Vorwoche auf der WeiserStraße. General Vincent, mit seiner Abtheilung die Ebenezwischen Kleinmünchen und Scharlinzer Walde deckend, war zubeiden Seiten der Linzer Straße aufgestellt, und hielt Schar-linz und den Wald von Scharlinz mit Detaschements besetzt.In Kleinmünchen befand sich das dritte Bataillon vom Regi-mente Spleny. Das schwerste war, des F.-M.-L. SchustekhColonne an sich zu ziehen, welche durch das schnelle Vorrückender Franzosen von der k. k. Armee abgeschnitten war. Schus-tekh hatte am 2. Mai seinen Rückzug von Gaisenhausen ange-treten; nachdem aber Wels schon von den Franzosen besetzt,und Marchtrenk von General Radetzky verlassen worden war,so konnte Schustekh nicht mehr auf der Weiser Straße vor-rücken; er ging daher nach Maria Scharten, und als er diesenOrt von den Franzosen besetzt fand, auf Feldwegen in derRichtung von Pasching nach Leondingen. Von hier aus ge-lang es ihm, sich auf der sogenannten Ochscnstraße, vom Feindeunbemerkt, seinen Waffenbrüdern zu nähern. Er debouchirte indem Augenblicke von dem Plateau von Oberhard auf dieHeerstraße von Kleinmünchen, als nicht allein eine französischeEolonne von Wels her eilte, ihn von der Ebersberger Brückeabzuschneiden, sondern auch als die Vorhut des MarschallBessiereS die des General Radetzky angriff. Schustekh besannsich nicht lange, warf sich mit Kienmayer Husaren und einigenGeschützen tapfer auf den Feind, trieb ihn zurück und gab da-durch seiner Infanterie unter General Hohenfcld Zeit, die Brückevon Ebersberg zu passiren.

Der Anmarsch der französischen Massen auf der Weiser undLinzer Straße, das Feuer der Vortruppen bei Kleinmünchenund Scharlinz, ließ Hiller die Möglichkeit ahnen, daß Massena,bei seiner bekannten Kühnheit, angreifen könne. Er traf dahereinige Anstalten, die Brücke zu vertheidigen, ohne übrigens demHeere das Abkochen zu versagen. Im Schloßgraben wurdeeine Batterie von 6, auf der Anhöhe rechts neben dem Schlosseeine andere von 8 sechspfündigen Kanonen aufgeführt; dasSchloß durch 3 Compagnien des dritten Bataillons vom Re-gimente Lindenau, unter Oberstlieutenant Pflüger, Ebersbergselbst durch das wallachisch- illyrische Grenzregiment, unterOberst Graze, besetzt, einige Schützen in das Wirthshaus ober-halb der Brücke gelegt; allein der Thurm des Brückenthores