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Abbrennen der Brücke entgegengesehen. Sie hatten eben ihrMittagsbrod verzehrt — es war gegen halb zwölf Mittags ge-worden — als der Kanonendonner der Batterie neben demSchlosse das Näherkommen der Feinde ankündigte. Die Ba-taillons, ohne Verhaltungsbefehle, traten aus Vorsicht in dasGewehr. Plötzlich stürzte der Nachtrab der Oesterreichs, diein Ebersberg gefochten hatten, in Eile aus dem Hohlwege, undfranzösische Tirailleurs warfen sich schaarenweise in den Leichen-acker und in die nächsten Gärten. Salis und Küffel, An-führer der Wiener Freiwilligen, errathen das Geschehene undden gefährlichen Plan der Feinde, den Schildberg (Schildenberg)zu umgehen und das österreichische Heer gegen die Donau hinaufzurollen. Die hohe Gefahr erheischte einen schnellen Ent-schluß, das Einholen der Befehle kostete zu viel Zeit, der Feindverstärkt sich indeß und der günstige Augenblick war verloren;auch war es ja würdig der Freiwilligen Wiens, freiwillig denAngriff zu wagen. Küffel und Salis waren überzeugt, daßman nur noch durch einen schnellen Angriff den feindlichen Planvereiteln könne, und wagten, durch ein seltenes llebereinstiuimeildes Geistes, jeder für sich den Kampf, ohne den Entschluß desandern zu kennen. Major Salis ermunterte durch wenigekraftvolle Worte seine Mannschaft zum Streit, und führte das5. Bataillon im Sturmmarsch, längs dem Fuße der Höhen,gegen die linke Flanke und den Rücken des Friedhofes und indie rechte Seite des Feindes. „Landwehrmänner!" rief Oberst-Lieutenant Küffel den Seinigen zu, „jetzt gilt es Ehre undVaterland, wir kämpfen für die gerechteste Sache, Gott ist mituns!" und unter klingendem Spiele, mit wehender Fahne, führteer sein -4. Bataillon vor und stürmte, unterstützt von 2 Compagniendes sechsten Bataillons der Wiener Freiwilligen, das MajorMaganetta befehligte, den Friedhof. Mit einem Kugelregenempfangen, stürzten viele Freiwillige todt oder verwundet niederund, durch das neue Schauspiel überrascht, sprengte das, desKrieges ungewohnte Bataillon in wilder Eile auseinander;vergebens war das Bitten und Drohen der Offiziere, ihreStimme verhallte in dem großen Lärm; Küffel, heftig erschüttert,wünschte sich den Tod, ließ die Fahne außerhalb der Schußweitetragen und stellte dann, von Felir Graf Woyna und Andernthätigst unterstützt, das ^4. Bataillon wieder in Ordnung. „KeinWiener Freiwilliger," rief er dann, so laut er vermochte, „nurein Meineidiger kann seine Fahne verlassen! Fahnenträger vor-wärts!" Hart hinter ihm ritt Küffel, der Sturmmarsch ertönte,und zum zweiten Male ruckte das Bataillon gegen den Feind.