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In Schußweite angelangt, erschallte sogleich das Cominando-wort: Feuer, und schnell zum zweiten Male; ganze ReihenFranzosen stürzien; noch krachten einige Flinten, als schon wiederder Sturmmarsch ertönte; in demselben Augenblicke knallteMusketenfeuer hinter dem Friedhose her. „Ha, unsere Brüderunter Saliö, nun haben wir sie in der Mitte, vorwärts! vor-wärts!" riefen Alle, und von einem neuen Geiste beseelt,stürzten sie wüihend auf den Feind. „Landwehrmänner!" don-nerte ihnen Küffel zu, „es gilt eure Weiber und Kinder!"Unwiderstehlich war ihr Angriff mit dem Bajonnete. Dertapfere Hauptmann Schulderer vorn 4. Bataillon durchbrachmit seiner Compagnie die feindlichen Reihen, der Leichenackerwurde schnell erstürmt und die Franzosen von der Anhöhe denHohlweg hinabgestürzt.
Während Küffel sie nach Eberöberg verfolgte, rückte Salis,den Hohlweg umgehend, zwischen der Straße von Gottschaligund dem Mühlbache, gegen den Vermarkt im Sturmschrittevor. „Gedenkt," rief Korporal Tiller seinen Waffenbrüdernzu, „daß ihr Wiener Freiwillige seyd, nur als brave Kriegs-männer dürfen wir uns unseren Mitbürgern wieder zeigen;für Weiber und Kinder kämpfen wir hier!"*) In den Gassen,den Häusern und auf den Seitenwegen entspann sich ein mör-derisches Gefecht. Tapfer war die Gegenwehr der Franzosen,die jede Hecke, jede Mauer, jedes Haus hartnäckig vertheidigten;aber eben so muthvoll und ungestüm war der Angriff der Frei-willigen, die das Beispiel ihrer tapferen Führer begeisterte, unddie mit wilder Erbitterung Häuser und Gärten erstürmten.Wer von den Feinden nicht schnell die Waffen wegwarf, wurdeohne Erbarmen niedergestoßen. Mehr als 600 Mann wurdenvon den Freiwilligen gefangen und von ihnen drei QuidonS< Lagerfahnen) erbeutet. In diesem hitzigen Gefechte fiel, unterandern braven Oesterreichern, Leo von Seckendorf, Krieger undSänger; Frohsinn und Heiterkeit flohen den Jüngling, seitdemer die Freiheit seines Vaterlandes bedroht sah; für dieses er-griff er die Waffen, für dieses starb er in der Blüthe seinerJahre.
Während dieser Ereignisse hatte auch die österreichischeBesatzung im Schlosse einen lebhaften Kamps gegen die aus
*) Der tapfer fechtende Tiller wurde durch eine Kugel verwundet und zu Bodengeworfen. Aus seiner Betäubung erwachend, fragte er ächt spartanischmit Hast: „ist mein Gewehr gerettet?" eilte wieder in das Gefecht,doch die Wunde war zu bedeutend, er sank ohnmächtig zu Boden undmußte vom Wahlplatze fortgetragen werden.