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Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
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219
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überstehen sollte, so konnte die Hoffnung schimmern, eö wendesich mit ihm schon jetzt zum Untergänge und er habe die Wortean seine Soldaten im Beginne des Krieges, dieses sollte seinletzter Fcldzug m Deutschland seyn, sich selber zum Verhängnissegesprochen. Wirklich waren Tirol und Vorarlberg in vollemAufstande, in Sachsen der Herzog von Braunschwcig, Nord-deutschland jeder neuen Bewegung offen, England thätig,Preußen zum Ausbruche bereit, Rußland lau, der Rheinbundselbst nicht sicher, seine Fürsten konnten von Napoleon abfallen,gegen ihn die Volkökräfte sich überall erheben. Nadetzky undso viele Männer aller Länder und aus allen Classen hieltenalle günstigen Aussichten, mit denen man sich vor Eröffnungdieses KriegeS geschmeichelt, abermals und mehr als vorherder Erfüllung nahe.

Nach dem Siege bei Aspcrn stand die österreichische Armeefast in derselben Stelle, welche sie vor derselben eingenommenhatte; nur hatte sie ihre Linie mehr rückwärts gezogen und ingrößeren Bogen ausgedehnt. Aöpern und Eßling lagen weitab vor der Fronte, beide Dörfer jetzt außerordentlich verschanztund mit Geschütz und Truppen wohl besetzt. Die Donauströmte zwischen ihnen und dem Feinde, der hauptsächlich aufder Insel Lobau (Lobenau) sich festgesetzt und durch großeSchanzarbeiten gedeckt hatte. Weiter oberhalb, bei Nußdorfund höher hinauf, war das österreichische Heer mit dem rechtenFlügel unmittelbar an die Donau gelehnt, entfernte sich dannschräg von dieser gegen Stammcrsdorf und Wagram hin unddebnte seinen linken Flügel, der am fernsten von der Donauwar, in daö Marchfeld bis nach Markgrafcn-Neusiedel aus.Deutsch-Wagram lag fast im Mittelpuncte der Stellung; linksvon diesem Orte erhebt sich der Boden und bildet ostwärts eineHochfläche, die gegen Süden terrassenförmig abfällt; etwa hundertSchritte vorwärts fließt in der tieferen Ebene ein, mit Weidenbepflanzter Bach, der Paßbach, welcher von Wolkerödorf herdurch Wagram, Baumersdorf und Markgrafen-Neusiedel sich indas Marchfeld hinzieht*). Die österreichische Hauptstellungwar nicht verschanzt, durch ihre natürliche Beschaffenheit aberVortheilhaft genug und besonders bot sie, in einer neuenScblacht, der Reiterei in dem weiten Marchfelde den freiestenSpielraum. In der Ecke des Rideau bei Markgrafen-Ncu-fiedcl steht aus jener Zeit, wo noch Streifzüge von jenseits der

Der Rnßbach war am Tage der Schlacht bei Wagram fast ohne

Wasser, aber wegen seiner steilen mit Weiden bepflanzten Ufer ein

Hinderniß für Reiterei und Geschütz.