March das Land beunruhigten, ein gemauerter, weithin sicht-barer Thurm, der in neuerer Zeit zu einer Windmühle umge-staltet worden ist. Die ihn umgebende Schanze wurde 2 Tagevor der Schlacht bei Wagram wieder zur Aufnahme von Trup-pen und Geschütz hergestellt — sie war die einzige Befestigungder ganzen Stellung. Dagegen waren längs der Donau, be-sonders bei Aspern und Eßling, wo die besten Uebergangö-puncte zu seyn schienen, starke und weitläufige Verschanzungenangelegt.
Die Truppen lagen sämmtlich unter freiem Himmel; ausder Mitte jedes Regiments erhob sich nur ein Zelt, welches alsFeldcapelle für den Gottesdienst bestimmt war, zugleich aberdem Obersten einen bedeckten Raum darbot; alle übrigen Of-fiziere und Gemeine begnügten sich mit Erdgruben, denen etwaein Dach von Rasen und Laubgezweige das Ansehen von Hüttenund einigen Schutz gegen daS Wetter lieh. Jeder Raum warabgemessen; die Anordnung der Reihen und Gassen streng be-obachtet; überall war die wachsamste Aufsicht und Ordnung;kein wilder Lärm, kein Streit. Die Trupen sah man immerbeschäftigt; sie erercirten fleißig rc; dreimal täglich traten dieRegimenter herkömmlich zum Gebet ins Gewehr; wurde Ver-gatterung geschlagen, so war im Augenblicke die unübersehbareFronte schweigsam aufgestellt. Die zahlreichen Lagcrwachcnhielten vorwärts ihre Postenkette besetzt, und nur mit ein-brechender Dunkelheit unterbrach ihr wechselseitiger Zuruf diegroße Stille. Ging eS in dem Heerlager ernsthaft, ruhig undstill zu, so war im Hauptquartiere die Bewegung freier, glän-zender und nicht ohne die Zugaben vornehmer und reicher Le-bensweise. Das Hauptquartier befand sich in Deutsch-Wagram.
Beide Heere — das Carls und das Napoleons — beobachte-ten und hielten sich gegenseitig in ihren guten Stellungen, ohneviel unternehmen zu können; sie hatten das unnütze Schießengrößtentheils eingestellt. Bei der Fortdauer dieser stillen Span-nung mußte, so schien es, der Vortheil sich mehr und mehraus Seite der Oesterreicher wenden. Napoleon stand im feind-lichen Lande, mitten in einer unruhigen Bevölkerung, die Donauwar gesperrt, man fürchtete in Wien schon Mangel an Lebens-rnitteln, Tirol im Aufstande, Steiermark nicht sicher, die Be-waffnung in Ungarn gewann täglich an Stärke und Ausbildung.Durch Entsendungen nach der obern Donau suchten die Oester-reicher dem Feinde seine Verbindungen im Rücken noch mehrzu erschweren, die Aufstände zu fördern; abwärts bei Preßburgbehaupteten sie auf dem rechten Donau-Ufer den Brückenkopf,