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Die mchrwöchentliche Waffenruhe hatte auch Napoleonzur ansehnlichen Vermehrung seiner Streitmacht benutzt; er riefnicht nur die italienische Armee, unter seinem ritterlichen Stief-sohnc, dem Vieekönige Eugen, sondern auch die Sachsen unterBernadotte, daö dalmatische Corps unter Marmont, die bayerischeDivision Wrede :e. zu sich; seine Anstalten zum abermaligenUebergange über die Donau, inö Werk gesetzt durch den Ge-neral Bertrand, waren Anfangs Juli vollendet. Nach derLvbau führte außer der Schiffbrücke eine Jochbrücke von 60 Bo-gen, für drei Wagen breit; oberhalb dieser eine Brücke fürFußvolk, ruhend auf einem Pfahlwerke, daö zugleich bestimmtwar, die Hauptbrücke gegen herabschwimmende Zerstörungsmittelsicher zu stellen. Die Lobau hatte Napoleon zu einer Festungmit 160 Geschützen umgeschaffen, zuerst um einen etwaigen
Ganzen das Gemisch aller dieser. Daß die Verschiedenheit so vielerVölker. Sprachen. Gestalten und Sitten hier in der Gemeinschaft nichtverschwand, aber doch wie von einem höhere» Zusammenhange ge-bunden erschien, war gerade das Eigenthümliche dieses kaiserlichenHeeres. — Damals übte im Heere der Erzherzog Earl eine Machtaus und stand in einer Wirksamkeit, wie sie seit Wallcnstcin keinösterreichischer Feldherr ausgeübt hatte. Dazu war seine persönlicheErscheinung Vortheilhaft, erfreuend und ganz geeignet, zu fcsscl».Er sah aus, wie ein tapferer, biederer menschenfreundlicher Mann,der sogleich Zutrauen erweckte, aber auch Scheu und Ehrfurcht gebot,denn aus dem Feldherrnblickc leuchtete die Macht und Gewohnheit desBeschleus hervor, wie aus den freundlichen Mienen Ernst und Hoheit.Sein Antlitz mit der hohen Stirne, die lange gebogene Nase, demlang geschlitzten blauen Auge, der stark vorstehenden Unterlippe, trugden unverkennbaren Eharakter der Habsburgischen Physiognomie. Erwar mittlerer Größe; aber seine schwächliche Gestalt erschien kräftigund gewandt genug, vielleicht durste man die feinucrvige Beschaffenheitaus ihr erkennen, die mau ihm allgemein beimaß. Der Krieg mitseinen Anstrengungen und Ranhheiten hatte eine sanfte Anmuth ausdiesen Gliedern nicht verdrängen können. Ans der Lässigkeit mancherseiner Bewegungen würde man zuweilen fast auf einen Mangel vonKraft geschlossen haben, hätte nicht das Feuer seines heldischen Augesjeden solchen Gedanken niedergeblitzt. Was aber den Erzherzog be-sonders auszeichnete, war die völlige Einfachheit und Natürlichkeitseines Wesens, die gänzliche Abwesenheit alles Gemachten nnd Ge-spannleu und seine anmuthige Freundlichkeit. Seine Unterhaltungwar höchst lebhaft; die große Beredsamkeit, weche er besaß, und vondem Wohlklange eines milden Organs unterstützt, das durch eine ge-wisse leichte Heiserkeit nichts von seinem Zauber verlor. Sein uner-schrockener Muth, der stets das Beispiel persönlicher Aufopferung undVerleugnung gegeben, seine menschenfreundliche Sorgfalt, sein gerechterund standhafter Sinn, sowie das Andenken seiner früheren Siege undThaten hatten ihm die höchste Liebe des Heeres erworben. Des Va-terlandes Stolz, ward er geliebt, wie selbst Prinz Engenius „der edleRitter" nicht.