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Angriff der Oesterreich» zu begegnen, darauf, um durch dasFeuer von ihren Batterien den zweiten Uebergang zu decken.Zum Uebcrgange bereit, ließ Napoleon, um den Gegner überden zu demselben bestimmten Punct zu täuschen, Aspern gegen-über eine Brücke nach dem linken Ufer schlagen, am 30. Junieinige Bataillons hinübergehen und sich dort festsetzen.
Die große Sonnenhitze hatte Laub und GraS auf demMarchfelde verdorrt, die Weiden des Nußbaches waren längstentblättert und zum Theil entrindet; aus der endlosen Ebenezeigte sich nirgends ein Schatten; nur dunkle Staubwolken,von Stoßwinden plötzlich herangeführt, verhüllten augenblicklichden Sonnenhimmel und überschütteten Alles mit heißem Sand-regen; man hatte daS Ererciren eingestellt, sich in die Erd-hütten verkrochen und langweilte sich wieder, als am 30. JuniAbends plötzlich von der Donau, in der Richtung von Aspernher, Kanonendonner erschallte, dem tapferen Gemüthe unseresRadetzky eine labende Erfrischung! Es waren die oben er-wähnten französischen Bataillons, welche unter General Ledruvon dcr Lobau mittelst Kähnen auf das andere Ufer übergingenund das Terrain zwischen dem kleinen Gehölz und der Donaubesetzten, und nun von den österreichischen Vorposten mit Ge-schoben empfangen wurden. Diese Franzosen legten eine Brückeaus das linke Ufer herüber, und zwar bei dem alten Ueber-gangspuncte, welche aus Pontons gebaut wurde, und beschütztendieselbe mit einem kleinen Vorwalle. Die österreichischen Bat-terien wollten dem Feinde diese Ausbreitung nicht gestatten,und seine nächsten Kanonen auf der Lobau feuerten nun eben-falls. DaS ganze Lager Carls gerieth in Bewegung; miteinbrechender Nacht brannten die Ällarmstangen in der Ebene.Der Kanonendonner verstummte zwar nach einiger Zeit; alleinum 1 Uhr Nachts erhielten die Truppen Carls den Befehl, inder Stille anzutreten und rückten schweigend etwa anderthalbStunden gegen die Donau hinab; Bellegarde's, Kollowraths,Hohenzollerns Heertheile lagerten daselbst zwischen Breitenleeund Stadt-Enzersdorf, Rosenbergs Hecrtheil stellte sich beiWittau, die Reiterei unter Johann Lichtenstein bei Raschdorf auf;jeden Augenblick erwartete man, daß der Feind angreifen würde;das Kanoniren erneuerte sich von Zeit zu Zeit; allein dieFranzosen rückten nicht vor, sondern begnügten sich, ihre begon-nene Brückenschanze zu vollenden. Der Erzherzog begab sichzuerst nach Raschdorf, sodann nach Stadt-Enzersdorf und bestiegden dortigen Thurm, um die Anstalten des Feindes zu über-schauen, darauf nahm er sein Hauptquartier in Breitenlee.