Buch 
Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
Entstehung
Seite
243
JPEG-Download
 

dl»

achtet der empfindlichen Verluste behauptete Bellegarde seineStellung in Erwartung der andern entfernteren Corps, vorderen Eintreffen er seine offensive Bewegung nicht fortsetzenkonnte. So verflossen 3 Stunden bis der Feldzeugmeister Kollo-wrath sich mit dem dritten Corps näherte.

Inzwischen war das Corps des Fürsten Rosenberg gegenDavoust aufgebrochen, welcher Letztere eben im Begriff war,sich dem erhaltenen Befehle gemäß gegen die Mitte zu ziehen.Kaum hatte der Morgen gegraut, als Rosenberg, den An-ordnungen deö Erzherzogs Generalissimus gemäß, sich in Be-wegung gesetzt hatte, um deö Feindes rechten Flügel anzu-greifen und die Verbindung mit dem erwarteten ErzherzogeJohann in der Gegend von Siebenbrunn zu suchen. In dreiColonnen stieg er von den Anhöhen bei Markgrafen-Neusiedelherab; zwei von ihnen waren bestimmt, die Dörfer Großhofenund Glinzendorf zu nehmen, eine dritte, die aus Reiterei be-stand, deckte ihre linke Flanke. Die Division des F.-Ml-L.Radetzky formirte die Avantgarde der beiden ersten Colonnen.Der Anmarsch der Oesterreicher hielt Davoust nun fest; derGeneral Puthod mußte mit seiner Division und Geschütz Groß-hofen, Friant mit der seinigen und mit Kanonen Glinzendorfbesetzen und halten. Beide Orte waren durch Plänklerkettenverbunden. Die gesammte Reiterei bei Davoust war rückwärtsvon Glinzendorf in der Richtung von Loibersdorf aufmarschirt.— F.-M.-L. Radetzky griff lebhaft die feindlichen Plänkler an,welche das Feld räumten, worauf er mit den Vorhuten derbeiden ersten Colonnen, trotz des mörderischen Feuers, biszum Eingänge der Orte Glinzendorf und Großhofen tapfervordrang. Als diese Avantgarden Rosenbergs das Gefecht er-öffnete, eilte Napoleon in Person herbei, ihm folgten die Cui-rassier-Tivisionen Nansouty und Arrighi und zwei Infanterie-Brigaden der Garde, um Davoust zu verstärken. Während sich dieOesterreicher zum Sturm auf die beiden obenerwähnten Orterüsteten, ließ Napoleon eine furchtbare Reihe Geschütz auffahrenund feuern, die Division Gudin die Flanke der Oesterreicherbedrohen, und sandte zugleich die Reiterdivisionen Grouchy,Pully und Montbrun bei Loibersdorf über den Rußbach. DieseBewegung der drei Reiterdivisionen auf Ober-Siebenbrunn, inseine und des ganzen Heeres linke Flanke, nöthigte den FürstenRosenberg, seine Reitercolonne, welche den Angriff seines Fuß-volkes unterstützen sollte, zurückzuhalten, um jene Umgehung zubeobachten oder ihr entgegenzutreten. Der Angriff des öster-reichischen Fußvolkes wurde fortgeführt; F.-M.-L. Radetzky be-iz*