Mitternacht fiel ein schwacher Regen, der nach und nach stärkerward, bis endlich die Wolken in Strömen sich ergossen. DieSchleusen des Himmels öffneten sich damals über einen Theildes Erdballs. Die Ebenen Polens und Ungarns, die Thälervon Mähren und Böhmen, von Schlesien und einem Theiledes übrigen Deutschlands wurden überschwemmt. Die Donau,die Oder, die Weichsel traten aus. — Unter diesem furchtbarenRegenwetter begann am 27. August die Schlacht gegen 8 UhrMorgens wieder. Napoleons Absicht war, im Mitteltreffendurch starkes Geschützfeuer die Verbündeten zu beschäftigen, denHauptangriff aber aus die beiden Flügel zu richten. Napoleonselbst leitete eine Zeitlang das Feuer gegen die Höhen vonRöcknitz; er befahl auf eine dort befindliche Gruppe zu feuern;da traf eine Kanonenkugel den bekannten Moreau, unweit desKaisers Alexander, tödtlich. Indessen hatten die MarschälleNey und Mortier gegen den rechten Flügel der Verbündetensich gewendet, bemächtigten sich des Dorfes Seidnitz und wagtenbis Prolis vorzudringen, wurden aber durch Wittgenstein zu-rückgeschlagen. Gouvion Saint-Cyr, unterstützt durch GeneralMichel mit 2 Bataillons Jäger der alten Garde, drängte diePreußen gegen Gruna zurück. Murat aber, mit großen Mas-sen, Reiterei unter Latour-Maubourg, Pajol »., Fußvolk unterVictor rc., brach in der Gegend des Dorfes Pennerig hervorund warf sich auf den verbündeten linken Flügel, ihn umgehend,die Dörfer Wölsnitz, Korbitz, Rosthal abnehmend, und Mesco,wie Fürst Aloys Lichtenstein, Creneville u. s. w. schwer be-drohend. Den braven österreichischen Bataillons versagten beifortdauernden Regengüssen das Gewehr; ihre Reiterei aberwar noch im Plauen'schen Grunde zurück. Die Vierecke wur-den von der französischen und sächsischen Reiterei gesprengt;namentlich die Regimenter Lusignan und Erzherzog Rainerwie vernichtet, General Mesco mit seinen braven Truppenauf der grundlosen Straße von Freiberg überwältigt und ge-fangen und die Divisionen Aloys Lichtenstein, Weißenwolf,Creneville rc. zum Rückzug gezwungen, den Aloys Lichtensteintrefflich deckte. Der zu Tharand inzwischen angekommene Ge-neral Klenau stellte die Brigade Schäfer bei Potschhapel zurDeckung des Rückzuges auf und beorderte die übrigen Colonnennach Nieder-Häslich und Rabenau. — Fürst Schwarzenberghatte schon vor Mittag den Kampf für verfehlt angesehen;hielt dann die Unfälle der Linken für zu schwer, um leichter-dings hergestellt zu werden, und entschied sich, obgleich Klenauendlich im Plauen'schen Grunde angekommen war, nach Böhmen
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