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Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
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Abend gingen sie zum Theil nach Peterswalde, zum Theil ge-gen Nollendorf zurück. Am 16. griff Napoleon Peterswaldean, nahm es und drang gegen Nollendorf vor. Er enthülltedurch diese kühne Bewegung seine Absicht, in die Ebene vor-zudringen. Die Abtheilungen der Hauptarmee Schwarzenbergs,welche links abzumarschiren bereit waren, wurden sogleich der neuenLage gemäß in Bewegung gesetzt, und Alles in der Erwartung ei-ner Schlacht vereinigt und zweckmäßig aufgestellt. Am 17. über-schritt Napoleon das böhmische Gebirge auf der großen TeplitzerStraße und sandte von Nollendorf Truppen hinab gegen Kulm;die Franzosen nahmen die Dörfer Telnitz, Kimnitz, Johnsdorf;allein während Wirtgenstein und Kleist alles aufboten, in derFronte das Vordringen der Franzosen aufzuhalten, umgingColloredo mit seinen Bataillons die Franzosen in ihrer Linken,erstürmte den Ort Arbesau mit dem Bajvnnete und GeneralMerveldt drohte mit einer andern österreichischen Colonne, in-dem er von Außig auf Nollendorf marschirte, den Rückzug ab-zuschneiden. Die Franzosen wurden geschlagen und verlorenGefangene, 3 Geschütze und einen Adler. Napoleon rief seineTruppen ab und zog mit dem Großtheile derselben wieder aufDresden zurück. Die Verbündeten besetzten sogleich Peteröwaldewieder, beschlossen aber, mit dem Abmärsche des Hauptheereslinks über Sebastiansberg nach Sachsen so lange zu warten,bis der russische General Beningsen mit seiner Armee ausPolen zur Besetzung der böhmischen Engpässe im Erzgebirge an-gekommen seyn würde. Kaum in Dresden angekommen be-wegte sich Napoleon am 22. wieder gegen Blücher, der aus-wich; er verfolgte ihn bis Gödau und kehrte am 24. Septembernach Dresden zurück, wieder in seiner Hoffnung getäuscht.Um seine Lage noch verdrießlicher zu machen, streiften die leichtenSchaaren der Verbündeten (Thielmann, Mensdorf, Czernitschef,Warwitz w.) keck und straflos über einen großen Theil desNapoleon'schen Norddeutschlands hin, und Czernitschef suchtesogar Cassel heim.

Nun war die Zeit gekommen, wo die Armeen der Ver-bündeten sich zur völligen Vereinigung mit einander in Be-wegung sehten. Jene sollte im Rücken Napoleons stattfinden;Anfangs schien die Saale zum Puncte des Zusammentreffensgeeignet zu seyn. Die böhmische Armee brach am 27. Septem-ber auf; in den ersten Tagen des Octoberö reichten die Vor-truppen schon bis Zwickau und Chemnitz. In derselben Zeitüberschritt Blücher die Elbe. Ney hütete seit der Schlacht beiDennewitz das Elbufer von Torgau bis Dessau; als er von