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Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
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der Nordarmee zu umgehen; dieser wurde durch Bubna's öster-reichische Division, unter Mitwirkung sächsischer Artillerie undeiner Congrev'schen Raketenbatterie, gänzlich vereitelt. Bülowentriß den Franzosen Stunz und Sellerhausen, und Längerendrang vor nach dem Kohlengärtendorfe Reudnitz. Napoleonselbst eilte mit Garden herbei und sehte den Russen Schranken,aber sein Vordringen aus Schönfeld hielt das wirksame Feuerder schwedischen Artillerie zurück. Gegen Gohlis, Psafsendorfund das Gerberthor machte um Mittag das Sacken'sche Corpsvon der fünften Hauptcolonnc einen Angriff, der nur zumZwecke hatte, die Absendung französischer Truppen nach derWahlstatt der großen Schlacht zu verhindern; doch aber fielenGohlis und Pfaffendorf in die Hände der Russen; vom Ger-berthore indessen hielt sie Dombrowsky's Geschütz ab.

Am Abende ließen die Angriffe der Verbündeten nach.Die wenigen Puncte, welche die Tapferkeit der Verbündetennoch nicht besiegt hatten, blieben, nebst Leipzig, der Gegenstanddes Angriffes für den folgenden 19. Octobcr. Schwarzenbergberief Abends die Unterfeldherrn auf den Hügel bei der Ziegel-scheune, links der großen Straße zwischen Liebertwolkwih undPropsthayda, und ertheilte den Befehl, mit ihren Corps beiTagesanbrüche bereit zu seyn, um die Schlacht zu erneuern.Zugleich gab er Befehl an Giulay, Platoff, Bubna zu raschemMarsche nach Naumburg u. s. f., um bei dem sicher zu erwar-tenden Rückzüge des Feindes durch rasches Nacheilen und imAngriffe in Flanke und Rücken Vortheil zu gewinnen. AuchBlücher ließ zu gleichem Zwecke schon am Abende deö 18. Ok-tober das Uork'sche Corps nach der Saale aufbrechen.

Napoleon fühlte, daß bei Fortsetzung des Kampfes einegänzliche Niederlage unvermeidlich sey, und dictirte noch Abendsden 18. bei seinem Wachtfeuer den Befehl zum Rückzüge. Aufder Frankfurter Straße hatte sich bereits Bertrand gegen Lüchenin Bewegung gesetzt, und schon in der Nacht vom 18. auf den19. folgten einige Abtheilungen der französischen Armee ausLeipzig nach. Napoleons Befehl, noch Brücken über die Elsterzu schlagen, ward nur unvollständig ausgeführt; es kam nureine wenig bedeutende Laufbrücke im Richter'schen Garten zuStande, und diese brach bald zusammen. Alw hatte die ge-stimmte Armee nur eine schmale Brücke zum Baß aus Leipzigauf die Landstraße nach Frankfurt. Als der Tag anbrach, ver-ließen die Franzosen die Stellungen, welche sie aus der Wahl-statt noch inne hatten, Propsthayda, Stöttentz, Connewitz,Volksmarsdorf; der Umkreis der Vorstädte vcn Leipzig aber