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der Kronprinz von Würteniberg konnte nur eine Batterie aufdem Waldwege fortbringen. Giulay fand gleiche Schwierig-keit, sobald er die große Straße verließ. Unter solchen Um-ständen kam erst gegen 3 Uhr Nachmittags das Geschütz gegendie feindliche Stellung in das Feuer. Der russische GeneralWasiltschikoff, mit der leichten Reiterei Sackens, drang auf dasfeindliche Geschütz bei La Rothiere ein, mußte aber der fran-zösischen Reiterei, unter Colbert, Pire, Guyot rc., weichen, dieihrerseits im dichten Schneegestöber in das Feuer des russischenFußvolkes von Fürst Scherbatoff geriet!) und von Sackens Drago-Nern, dann neuerdings von Wasiltschikoff angegriffen, mit großemVerluste zurückgeworfen wurde, wobei letzterer 32 Kanonen er-oberte. Dieser Erfolg wäre entscheidend gewesen, hätte Blücherzur Stelle selbst seyn können. So gewann die französischeReiterei wieder Zeit und ihr General Colbert führte sie aufsneue vor. Sacken indeß griff mit seinem Fußvolke das DorfLa Rothiere an, der General Duhesme vertheidigte dasselbemit verzweifelter Tapferkeit; Napoleons Gegenwart befeuertedie Truppen zur größten Anstrengung. Mehrmals wogte derKampf in dem Dorfe hin und her und man focht im wüthend-sten Handgemenge. Blücher selbst führte den Rückhalt desHeertheils und russische Cuirassiere aus der Reserve heran, undbefahl der Reiterei, die linke Flanke der französischen Reitereizu umgehen, sie zu attacquiren, und dem Fußvolke, La Rothierezu erstürmen. „Vorwärts!" rief der alte Blücher, „Hurrah!"das KricgSvolk. Die russischen Schwadronen warfen die fran-zösischen eines Colbert, Piro und Guyot nach Briennc laVieille zurück. Vergebens suchten Nansouty, Grouchy, Bricherc.Hilfe zu bringen. Endlich sinkt auch La Rothiere unter denFüßen der stürmenden Russen; aus dem Orte fliehen FrankreichsAdler. Unterdessen hatte rechts der Kronprinz von Würteniberg,nach einem hartnäckigen Kampfe mit Victor, La Giberie und11 Kanonen genommen, ging dann über den Bach und kammit Sacken in Verbindung. Später sendete er eine BrigadeReiterei zwischen Petit-Mesnil und La Rothiere vor, welchesich, von der Dunkelheit begünstigt, ungestraft in die Flankeder Reiterei Milhauds warf, und einige Schwadronen in Un-ordnung brachte und einige Geschütze nahm. Noch weiterrechts drang der bayerische General Wrede von Doulevant herebenfalls tapfer vor. Er warf, durch Frimont, den GeneralJoubert aus La Chaise und Marmont selbst, durch Hardeggund Lamotte, nach MorvillierS zurück. Joubert nahm neueStellung in Ehaumcnil und Napoleon sendete Gardeabtheilungen