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Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
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326
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stüm hervor und wollten selber zum Angriffe übergehen, alleindie französischen Dragoner wurden von den brandenburgischenHusaren zurückgeworfen, die französische Infanterie des GeneralCurial wurde durch Woronzoff aus dem Felde geschlagen, dasden Eingang von La Villete vertheidigende Geschütz genommenund das Dorf selbst von Woronzoffö Jägern erobert. HornsPreußen schlugen die französische Division Charpentier undnahmen den Ort La Chapelle, während der französische GeneralBelliard mit seinen Schwadronen genöthigt wurde, vor LangeronSRussen bis an den Fuß des Montmartre zurückzuweichen. DieVerbündeten waren im Begriffe, gegen diesen anzustürmen.Mortier hatte Kunde von der an Marmont gelangten Voll-macht Josephs, aber war noch ohne Nachricht von dessen Ent-schlüsse; dagegen kam jetzt ein von Napoleon abgesandter Adju-tant, General Dejean, bei ihm an; Mortier sandte sogleich, wieNapoleon ihm durch Dejean gebot, einen Unterhändler anSchwarzenberg mit der Anzeige, daß Napoleon dem KaiserFranz Eröffnungen gemacht habe, die unfehlbar den Friedenherbeiführen würden. Schwarzenberg wies diesen mit dem Be-scheid zurück, daß sein Kaiser nicht getrennt von den Verbün-deten handle *). Nun aber kam von Marmont Botschaft, daßer Waffenstillstand geschlossen habe, und Mortier trat dem-selben bei. Kaiser Alexander sandte einen Adjutanten ab, demGeneral Längeren, welcher den Montmartre stürmen sollte,Kenntniß vom Waffenstillstand und Gegenbefehl zu geben **).Er kam nicht zeitig genug. Zehn russische Fußregimenter vonLängeren waren bereits zwischen Saint-Denis und dem Ge-hölze von Boulogne zum Sturm gegen den Montmartre ge-schritten; sie stiegen die Höhen gradaufwärtö unter dem heftig-sten Geschützfeuer und waren nicht mehr zu hemmen, als aufder Hälfte deö Berges die Nachricht von dem geschlossenenWaffenstillstände sie ereilte, sondern vollendeten ihren Lauf,eroberten den Montmartre mit stürmender Gewalt und nahmenauf demselben 29 Kanonen. Blücher ließ sogleich 84 Stückeschweres Geschütz auf dem Montmartre auspflanzen, um Parissogleich beschießen zu können, käme keine Kapitulation zu Stande.Alliirte Reiterei war vor der Barriere von Clichy, zu Neuilly rc.erschienen; allein Nationalgarden vertheidigten die Barrieren

*) Ehe Mortiers Abgesandter zurückkam, forderte Orlow im NamenAlexanders und Friedrich Wilhelms Mortier auf, die Waffen nieder-zulegen; dieses wies Mortier kühn und stolz zurück.

Durch den Waffenstillstand wurde die Stellung der französischen Kriegs-macht auf den innern Umkreis «on Paris bestimmt, und demnach derMontmartre den Verbündeten friedlich eingeräumt.