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Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
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345
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fast unwegsamer Straße umgehen mußten. Das Hauptquartierder Monarchen und des Fürsten Schwarzenberg kam nachSaarburg. Als am Nachmittage des -4. Juli das Hauptquartierder Monarchen sich noch in Saarburg befand, an welchem Ortedem Corps von Rajefföky und dem Hauptquartier ein Ruhetaggewährt worden war, ereignete sich ein Vorfall, der bedeutendeFolgen hätte haben können.

In den Gegenden des obern Elsaßes, in den Vogesen, inder Franche-Comte und in Burgund hatten sich die Bewohnerbewaffnet, bildeten Streifpartien, welche von Offizieren derLinie geführt wurden, und benutzten hier die gebirgigen Gegen-den, die vielen haltbaren Puncte und Festungen, um einenParteigängerkrieg zu führen, der aber bald Erbitterung erzeugteund zu Repressalien führte.

Die russische Husaren-Division Tschaplitz war bereits vonHeming abmarschirt, um zum morgenden Marsch die Gegendzu besetzen und zu patrouilliren. In dem Walde jenseitsHeming wurden die Quartiermacher des Hauptquartiers voneiner Abtheilung von 400 solcher obenerwähnter französischenParteigänger angegriffen und außer dem Lieutenant Pierowökyvom Generalstabe noch mehrere Leute verwundet. Dieser An-griff war jedoch gegen den Willen ihres Führers, des Esca-drons-Chcfs Brice, unternommen, welcher die Absicht hatte,mit 1500 Mann in der Nacht vom 3. auf den Juli dasHauptquartier in Saarburg zu überfallen. Dies Unternehmenhätte gelingen können, weil zwischen Heming und Saarburgkeine Truppen cantonirten und die Stadt nur. von 2 Batail-lons besetzt war. Die so eben bezeichnete Gefahr bedrohtedie Monarchen demnach in demselben Augenblicke, als ihnenauf einem andern Puncte des Kriegsschauplatzes durch die Ka-pitulation von Paris, welche gleichfalls in der Nacht vom 3.zum 4. Juli zu Stande kam, das Schicksal Frankreichs in dieHände gegeben wurde.

Den 4. kam das Hauptquartier der Monarchen und desFürsten Schwarzenberg in das Städtchen Vic. Der heutigeMarsch wurde durch die bewaffneten Bauern und durch Par-teigänger, welche die Wälder besetzt hatten und aus denselbenhäufig schössen, öfter beunruhigt. Am Mittag des 5. Julihielten die Monarchen und Schwarzenberg an der Spitze desRajeffsky'schen Corps ihren Einzug in Nancy, wo sie den6. verblieben. Um gegen die Parteigänger zu streifen, wur-den die russischen Generale Orlow und Ndom zurückgelassen.

Am 6. Juli schloß der F.-M.-L. Radehky mit dem in derbefestigten Stadt Toul commandirenden Offizier eine Ncberein-