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Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
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hier unterzugehen, oder von hier aus wieder zu siegen, das isteine That, der größten ihrer Art an die Seite zu setzen, und grö-ßer als der Sieg nachher.

Radetzky entschloß sich, seinen Rückzug über Lodi zu nehmen,um die großen Städte zu vermeiden, da das Land dort offenerist. — Zu gleicher Zeit befahl er der Brigade Maurer, welchein Magma, und der Brigade Strassoldo, welche in Saronnastand, und mit welchen die Verbindungen offen waren, sich mitihm in Mailand zu vereinigen, während welcher Zeit er am 22.den Kampf in Mailand fortsetzen ließ. Die Generale Wohlge-mut!) und Clam schützten die Verbindung, indem sie alle an denWall anstoßenden Gebäude durch ihre Artillerie zerstörten. Vielederselben wurden mit Sturm genommen. Zugleich wurde schonam 21. März die Einleitung zum Abmarsch getroffen. Seit demBeginne des Aufruhrs in der Stadt war kein Officier, selbst derFeldmarschall nicht, wieder in seiner Behausung gewesen, und nunmußte sie verlassen werden — vielleicht auf immer. Nicht nur,daß so empfindliche Verluste bevorstanden*), sondern keiner hattenur, was die nächste Zeit des Krieges nothwendig zu fordernschien. Hunderte von Familien wollten der feindlichen Stadtsich nicht anvertrauen, alles Deutsche fast begab sich auf dieeiligste Flucht.

Die Brigaden Strassolvo und Maurer trafen, glücklich durchdas insurgirte Land gezogen, zu Mailand am 22. März ein.Nur das Kreutzer Gränzbataillon in Como und eine Compagniein Varese wurden von dem, durch schweizerischen völkerrechtswid-rigen Zuzug und durch aufständische Hansen aus dein Valtelinverstärkten Aufstand umzingelt, festgehalten und nach rühmlichemWiderstände von 24 Stunden entwaffnet**). — Nun ordneteF.-M. Radetzky an, daß sich alles nach den östlichen ThorenMailands ziehen sollte. Am Abende des 22. stellten sie sich ausdem Waffenplatze hinter dem Castell in gedrängten Massen auf;das Castell blieb einstweilen besetzt. Die Brigaden Wohlgemut!)und Clam verharrten ebenfalls in ihren Stellungen. Um 11Uhr setzten sich die Kolonnen in Bewegung. Die Flanken waren

") Die k. k. Officiers erlitten damals bedeutenden Verlust an Effecten, rc.durch Plünderung, rc. ihrer Wohnungen.

") Es scheint jedoch für einen Theil des Bataillons eine Art von Capitu-lation stattgefunden zu haben, die diese» Croatcn gestattete, nach Abgabeder Waffen den Weg durch Graubünden nach Tirol zu nehmen und vonda wieder zur Armee zu stoßen. — Ebenfalls in Como oder dessen Nähesollen auch 2 Compagnien Prohasca gefangen genommen worden seyn.— Bei Rezzato, unweit Brescia, fiel ein bedeutender Munitionstrans-port in die Hände der Insurgenten.