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Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
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Seetruppen (k,ml ngvi) herangezogen, und auch mehrere Freikorpserrichtet. — Was die andern Staaten Italiens betrifft, so konn-ten sie zum Kampfe gegen Oesterrich, nach -dem Po und Nord-italien, in Bewegung setzen: Parma nur 1 Bataillon Linie und2 Compagnien Dragoner, Toscana 2 Jnsanterieregimenter, 1Grenadierbataillon und 1 Escadron Dragoner, Modena 2 Ba-taillons, 1 Compagnie Pionniere und 1 Schwadron Dragoner;Rom 2 Grenadier-, 2 Jäger-, 5 Füselierbataillone, 1 RegimentDragoner nebst 4 Schweizerbataillous, und Neapel, weil es ebenim Zerwürfnisse mit Sicilien war, nur 10 —12,000 Mann.Im Venedigschen organisirte Carlo Zucchi aus Reggio, ein vonOesterreich wegen Verschwörung im Jahre 1831 vom Tode zumLeben begnadigter und selbst der Freiheit wiedergegebener ehema-liger napoleonischer und dann österreichischer General, das Linien-militär. In der Lombardei wurden aus den in Cremona, w.übergetretenen Bataillons 2 Regimenter: Mailand, die Siegerin,und Cremona gebildet; gleichzeitig ein „erstes Linienregiment"unter Oberst Sessa organisirt, und nach und nach eine lombar-dische Division in's Feld geschickt. Was die Lombarden anKampfmitteln aufbrachten, war winzig gegen ihr großes Geschrei,und als gute Wirthe, wie alle Italiener, hielten sie sogar mitden Geld- und andern Mitteln, welche nach dem Ausspruche somanches Kriegsverständigen den Hauptnerv des Krieges bilden,sehr zurück. Außer den Linientruppen wurden in Italien eineMenge Freikorps unter den verschiedensten Haltungen und Namengeschaffen; im Römischen und Benetianischen sogenannte Kreuz-fahrer, u. dgl. In den Universitätsstädten Pavia, Padua, Pisabildeten die Studenten eigene Freikorps u. s. f. — Allein, wasnur jene 200,000 Mann Soldaten zusammenbringen konnte,welche nothwendig waren, um die Großredigkeit des jungen Ita-liens zur Wahrheit formen zu können, wurde nicht effectuirt: eineallgemeine Kriegöpflichtigkeit und strengste Handhabung derselben,dann eine großartige Werbung alter Soldaten im Auslande. —Für die Verpflegung des piemontesischen Heeres bei seinem Ein-rücken in die Lombardei war mit der provisorischen Regierungzu Mailand eine Uebereinkunst getroffen worden.

Der Sardenkönig, Carl Albert, unbekümmert um die GesetzedeS Völkerrechts, oder getrieben von Mächten, denen er keinenWiderstand leisten konnte oder mochte, benützte in Klugheit alterPolitik, wie Willisen sagt, den damaligen günstigen Augenblick,die kritische Lage des einst so befreundeten Oesterreichs, einesReiches, dem seinigen an Kraft zehnfach überlegen, um, wie erhoffte, sich eine Macht daneben zu schaffen, die jenem künftig