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Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
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der feindseligen Partei, sämmtlich gräflichen Familien angehörig,gefangen, verbot das Tragen der revolutionären Farben, unddrohte, beim geringsten Versuch zur Revolte, die Stadt vom Ca-stell aus zu beschießen. Es wurde in Trient ruhig, alles wiederunterwürfig. Um die Truppen in Tirol gegen Anfälle aus Ita-lien besser unterstützen zu können, rief man die tiroler Landes-schützen aus zur Vertheidigung des Vaterlandes und der Sachedes Kaisers. Schutzdeputationen (Bewaffnungscvmmissionen) wur-den eigens dafür in Innsbruck, Botzen, Roveredo und Trientaufgestellt. Von Verona sandte Radetzky einstweilen die Gewehreder entwaffneten Civiea nach Tirol, bis auch anderwärts ausden Zeughäusern der Monarchie nachgeholfen wurde. In wenigWochen fanden sich 60 Compagnien Landesschützen formirt. —Daß die Mailänder in ihren hochgehenden Proklamationen dieGränzen Italiens bis auf die Gipfel des Brenners hinausgesetzthatten, diente gerade dazu, die Tiroler, namentlich die deutschen,welche mit Widerwillen der Zeiten gedachten, in welchen einTheil ihres Landes schon einmal Italien (d. i. dem napoleonischenKönigreiche Italien) angehört hatte, zu den Waffen gegen sie zurufen. — Selbst unter den Studenten zu Wien gedachten dieaus Tirol Gebürtigen der Heimat, die bedroht war, und ver-ließen die, damals die höheren Staatsinteressen zu leiten sich be-rufen fühlenden und in glänzenden Entwürfen sich erschöpfendenGenossen, um mit der That dem Vaterland zu nützen. Sie bil-deten eine freiwillige Compagnie; sie begleitete Pater JoachimHaspinger, vulgo Rothbart, im Jahre 1809 Hofers, TeimerSund Speckbachers tapferer Kampfgenosse. Auch noch andereDenkmäler der Kriegszeit von 1809 traten hervor aus der stillenZurückgezogenheit, und ihre hehre Erscheinung erfüllte die Herzender Jugend mit Ehrfurcht und Vertrauen. — Ohne Verzugwurde im Lande zur Armirung der Franzensveste, welche ober-halb Brircn die Straße nach Innsbruck und nach Käruthensperrt, geschritten, Truppen nach Botzen, tiroler Landeöschützennach den Marken von Sulzberg, rc. instradirt, tiroler Landsturmauf den Posten der Franzenshöhe, auf einer Abstufung des Stilf-terjoches gelegen, aufgestellt, u. s. w.

Mittlerweile waren am Mincio die Avantgarden der beider-seitigen Armeen an einander gerathen. Den ersten Säbelhiebthat am 7. April der, durch seine tüchtigen Leistungen zur Zeitdes Aufstandes in Galizien bekanntgewordene k. k. Oberst Benedekvom Regünente Giulay. Bei dem Mangel an zuverlässigen Kund-schaftern hatte das Festungscommando von Mantua, auf Anord-nung des F.-M. Radetzky, eine Recognoscirung gegen die, in