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Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
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388
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daß die Italiener nach kurzem Widerstände die Flucht ergriffen.Am 19. April setzte F.-M.-L. Weiden vom Etschthale aus zweiColonnen in Marsch, die eine von Trient über Cadine gegenStenico, die andere von Welschmetz (Mezzo Lombards) über dieRochetta längs dem Nosbache, zum Theil auch von Botzen überden Mendolaberg gegen Cles. Die erste Colonne tras den Feind,Schaaren unter Arcioni, Manara, u. A., bei Selemo; eS regnete,viele Italiener waren untergetreten, als die erste Salve des k. k.Majors Scharinger, der mit 3 — 4 Compagnien Kaiser-Jägerund Schwarzenberg heranrückte, sie in's Gefecht riefen. Scha-ringer aber ging im raschen Sturmschritt auf sie los, nahm dasDorf ein, und nach kurzem Gefechte retirirteu die Italiener nachStenico. Am 20. räumten sie ohne Gefecht Stenico und Tioneund flohen in einem bis Condiuo. Die zweite k. k. Colonne,Oberst Melczer, mit 2'/? Compagnien Kaiser-Jäger und Badenund einer aus Botzen und Kältern zugezogenen tiroler Landes-schützencompagnie rückte auf Cles, vertrieb von da Scotti's Schaarund entwaffnete am 19. CleS und Umgegend; am 20. ging erauf Male los, wo Scotti's Leute, die Freiwilligen von Brenound Lovere, rc., standen. Das Feuer mit 2 Geschützen beendigtedas kurze Gefecht bald zu Gunsten der Oesterreichs, und auchhier flohen die Italiener über Dinaro nach Condiuo. DiesesGefecht hatte dem Obersten Melczer nicht einen Mann gekostet.Am 21. scheiterte ein Angriff der Italiener, in Ponale ausge-schifft, auf Riva, an Oberstlieutenant Pechy und einigen Com-pagnien Ungarn und Tiroler. Die italienischen Schaaren gingenden nämlichen Weg, welchen sie gekommen waren, wieder heimohne Resultat, und Melden besetzte Male, Stenico, Riva mitPosten, concentrirte aber seine Hauptmacht zwischen Trient undRoveredo, um sowohl den angegebenen 3 Posten zur Reserve zudienen, als auch feindlichen Versuchen, von Montebaldo her Ra-detzky'S rechte Flanke zu bedrohen, entgegen treten zu können.Nach althergebrachter Uebung wurden die wackeren Landesschühen,mit Ausnahme kleiner Abtheilungen von Freiwilligen, nach demheimathlichen Heerde entlassen, um erst dann wieder aufgebotenzu werden, wenn der Feind ihre Laudesmarken neuerdings über-schreiten sollte. — Die gefangenen Italiener wurden nach Trientgebracht; 17 derselben waren in kaiserlicher Uniform ergriffeneAusreißer von Geppert und Haugwitz. Diese traf die durch dieKriegsartikel verhängte Strafe.

Das Mißlingen dieser Erpedition nach Tirol erregte in der/ Lombardei großes Aufsehen*). Gegen den Feldherrn Allemandi

*) Die Stimmung der Landesbewohner in Südtirol hatte sich auch damals