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Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
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387
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die Verfolgung auf Die Oesterreicher machten 38 Gefangene,blieben die Nacht bei Castelnuovo und kehrten dann in's Lagerzurück. Die Legion Manara hatte gelitten. Der obenerwähnteSchneider Riedenberg soll unter den Todten gewesen seyn.

Dagegen schritten die italienischen Freischaaren unter Arcioni,Sedaboui, Beretta, Longhena, Scotti, Thannberg, Vicari, rc. zueiner Crpedition nach Wälschtirol, in der Ueberzeugung, daß ihrErscheinen in Radetzky's Flanke und auf der einzigen ihm sreige-bliebenen Communication mit Wien von dem größten Resultatewerden könne. Den Oberbefehl über diese Schaaren führte ihrGeneral Allemandi, welcher im Jahre 1821 als Theilnehmer ander damaligen Revolution in Piemont dieses Reich hatte verlas-sen müssen. Das Corps Allemandi's, die Colonne Longhena bil-dete die Vorhut, schlug von Brescia den Weg nach dem Jdroseeein, überschritt am 9. April die Grenze Tirols und erreichte dasDorf Condino in der Landschaft Judikarien. Bald hatten dieverschiedenen Schaaren einen nicht unbedeutenden Theil vonWälschtirol inne. Ihr Marsch war, da sich nirgends ein Feindzeigte, eine Art Siegeszug, dessen Poesie die Anwesenheit einesFrauenzimmers, Signora Baltrami, welche eine Abtheilung von160 Mann commandirte, erhöhte. Andere nennen eine GräfinPallavicini, eine Fürstin Belgiojoso rc. auö Brescia. Nur ander Sarcabrückc, unweit des Sees von Doblino, war man auseinen österreichischen Posten gestoßen, welcher sich nach kurzemWiderstände in ein an diesem See gelegenes altes Schloß warfund daselbst behauptete. Am 17. April umfaßte die Ausstellungder Italiener die weite Strecke von Cles bis zum Gardasee, undalle nach Trient führenden Wege und Pässe waren in ihrer Ge-walt. Da mußte F.-M.-L. Weiden, der sich in Trient befand,ihren weiteren Plänen entgegen arbeiten*). Da die Schweizneutral blieb, konnte er von der dortigen Gränze mehrere Ba-taillons zu sich berufen, und, von den Landesvertheidigern ^wackerunterstützt, den Italienern zu Leibe gehen, welche am 18. Aprileine Colonne über Baliu und Tenno im Rücken des österreichi-schen Postens zu Riva am Gardasee hatten gehen lassen, abervon 2 Compagnien bei Varone so übel empfangen worden war,

*) Wahrscheinlich gingen ihre Pläne dahin, niit den Colonne» des linke»Flügels über den zwischen Trient und Botzen gelegenen Berg Medolain's Etschthal hinabzusteigen, dort mit der Jnsurrection des venetianischenGebirges zusammenzustoßen, die Verbindung zwischen den genannten zweiStädten zu unterbrechen und dann im Vereine mit den übrigen vomSarcathale und vom Gardasee herbeiziehenden Colonnen durch einen con-centrirten Angriff auf Trient sich dieses wichtigen Punctes zu bemeistern.