Buch 
Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
Entstehung
Seite
390
JPEG-Download
 

3VV

tionstransport auf dem linken Ufer in die Festung ein. Am 13.unternahm Carl Albert einen Versuch, dieselbe mittels eines Hand-streiches zu gewinnen. Er ließ 20 Geschütze, wobei 8 Haubitzen,hinter Schulterwehren aufführen, welche Tags zuvor die Sappeurserbaut hatten, und hielt die Brigade des Generals Bes, in Co-lonnen formirt, in Bereitschaft, um das Fort Saldi zu erstürmen,sobald die Wirkung der Artillerie das feindliche Geschütz zumSchweigen gebracht und die Besatzung eingeschüchtert habenwürde, über welche das irrige Gerücht ging, daß sie zum Theilaus Italienern bestehe. Allein obschon nach einer Kanonade voneinigen Stunden 2 Geschütze des Forts bereits demontirt unddie Werke in Folge eines gut gezielten Feuers wesentlich beschä-digt schienen, so überzeugte sich der König bald, daß der Ausgangeines Sturmes zweifelhaft, unter allen Umständen aber ein großerMcnschenverlust damit verknüpft seyn müßte. Er ließ daher dieBeschießung einstellen und, nachdem er zum Scheine an denCommandanten eine neue vergebliche Aufforderung zur Uebergabehatte ergehen lassen, bezogen die Truppen ihre früheren Stellungen.Carl Albert hatte sich persönlich dem feindlichen Feuer ausgesetztund einem Begleiter aus dessen Bitte, sich zurückzuziehen, erwidert:„Ich danke Ihnen für ihre gute Meinung, bleiben Sie hier beimir. Kommt eine Kugel, so ist es Gott, der sie uns sendet." CarlAlbert befahl, den Platz enge zu blokiren, und, bis das Belage-rungsgeschütz eingetroffen wäre, ihn zu bewerfen. Aber diese Ein-schließung, unter den Augen des Feindes, mußte mit Umsichteingeleitet und behutsam vollzogen werden. Zu diesem Ende hinwurden am 23. und 25. April große Recognoscirungen ausge-führt. General de Sonnaz mit 12 Bataillons, einer Reiterbrigadeund 2 Batterien, ging von Monzambano und Valeggio in ver-schiedenen Kolonnen über den Höhenzug des Monte Vento, indeßer zur Linke» die Dörfer Salionze und Oliost zum Schutz derFlanke besetzen und eine Plänklerkette gegen Peschiera vorgehenließ. Von Monte Vento setzte er den Marsch seiner Kolonnenüber den Bach Tione nach den jenseitigen Höhen fort, an derenöstlichem Fuß die Dörfer Sommacampagna und Custozza liegen.Die Kavallerie und Artillerie bewegten sich in der Ebene zurRechten nach Villafranca und schob ihre Vorläufer jenseits diesesStädtchens auf der Straße von Verona vor. Der König be-gleitete den Zug persönlich über die Höhen und ging dann nachVillafranca hinab. Hier empfing er die Meldungen seiner Ge-neräle, auS denen sich ergab, daß man nirgends auf ven Feindgestoßen war und daß außerhalb des Platzes Verona kein feind-liches Truppencorps aufgestellt sey. Gleiches Resultat zeigte die