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Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
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393
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Feldzug mit einem prachtvollen Tagesbefehl" aus Bologna eröff-net, worin er sich zum Organ des Papstes und zum Auslegerder Absichten des Kirchenfürsten in einer Weise auszuwerfen ver-maß, welche diesem in seiner geistlichen Eigenschaft unziemlicherschien und mißbilligt wurde*). — Eine Freischaar, die soge-nannte „Befreiungscolonne", in der Romagna gebildet, war unterOberst Zambeecari von Bologna vorausgegangen, von Paduaher in der Nähe der Festung Legnago erschienen und hatte sichim Rücken der letzteren in Bevilacqua festgesetzt, als sie am 2l.April von der nämlichen k. k. Colonne, welche die Anfständer inSorio gezüchtiget hatte, angegriffen wurde. Die Oesterreichersprengten die überraschten Romerliuge, und die Theilnahme derEinwohner von Bevilacqua au dem Gefechte bewirkte, daß derschöne Ort ein Raub der Flammen wurde.

Carl Albert vernahm, daß eine österreichische Reserve sicham Jsonzo zusammenziehe. Er wollte, daß die Vereinigung diesesCorps mit der Hauptarmee verhindert würde, daß überhaupt imVeuetiauischen der Feind mit Energie bekämpft und dadurch einetreffliche Diversion vollbracht werde; deshalb ertheilte er am 24.April dem General Durando den Befehl, nach Friaul zu gehen,und sich dem Vorrücken ves österreichischen Reservecorps nach-drücklichst zu widersetzen, und sendete den General della Marmorn,einen seiner eigenen Offiziere, nach Venedig ab, um sowohl dieTruppenbewegungen im Venetianischen zu überwachen, als nöthi-genfalls die Vertheidigung der Stadt Venedig selbst zu leiten.Es bedurfte schon im nördlichen Italien einer entschiedenen Haltung,zumal da die Italiener eine neue Schlappe bei Stvro durch dasösterreichische Corps von Tirol erhalten hatten.

Seit dem verunglückten Zuge Allemandi's gen Trient be-

') In Ferrara eingetroffen, begegnete Durando zu seinem größte» Erstaunenösterreichischen Soldaten, welche, unter militärischer Escorte, In der Stadtfriedlich und ungestört herumgingen und Einkäufe machten. Als er nun diestädtischen Behörden über diese befremdliche Erscheinung zur Rede stellte,vernahm er, daß man sich mit dem Commandanten der Citadelle, demt. k. Obersten Graf Khuen verständigt habe, je von 14 zu 14 TagenVebensmittel für die Besatzung zu liefern, weil von dem alten Herrngedroht worden sey, im Weigerungsfälle die Stadt zu bombardiern. DieserVertrag wurde pünktlich eingehalten und da einmal am Rindfleisch Man-gel war, ein Aequivalcnt an Geflügel angeboten. General Durandovermochte an diesem freundschaftlichen Verhältnisse, welchem einige aufden Palast des päpstlichen Gouverneurs und auf das Judenquartier ge-richtete Mörser das Wort sprachen, nichts zu ändern. Er überließdaher der Civiea der patriotischen Stadt die Fortsetzung dieser eigen-thümlichen Blokadc, und schickte sich an, seine Truppen über den Po zuführen.