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Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
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399
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nehmen, oder daß man wirklich hoffte, es solle sich während desAngriffes auf die Linien von Santa Lucia die 60,000 Menschenstarke Bewohnerschaft von Verona im Rücken der Österreichererheben, und so die Möglichkeit bieten, sich wenigstens des amrechten Ufer der Etsch gelegenen Theiles der Stadt und Festungzu bemächtigen, oder endlich, daß man dadurch der gerade zu derZeit von Ferrara und Rovigo aus in daö Venetianische eindrin-genden Invasion der römischen, neapolitanischen, rc. Truppen dieHauptarmes des Feindes vom Leibe halten wollte; genug, sechsTage nach dem Gefechte von Pastreugo entschloß man sich vonpiemontesischer Seite, Plötzlich den Feind in seiner Stellung vorVerona anzugreifen. Es wurde dazu die ganze disponible Armeein Bewegung gesetzt, und zwei Hauptangriffspunkte, Santa Luciaund Crvce Bianca gewählt.

Am 1. Mai hatten nur leichte Vorpostengefechte in derRichtung gen Rivoli stattgefunden. Am 5. Mai geschah vonSeite der Piemontesen ein stärkerer Angriff auf das Welden'scheCorps, allein nur um den Feind über ihre eigentliche Absicht zutäuschen. Das dritte Regiment von der Brigade Piemont, einehalbe Batterie und Freischaaren drangen über den Tasso, dräng-ten die Vorposten vom Infanterieregimente Schwarzenberg zurückund drangen bis nahe gegen Rivoli vor, als die feste Haltungeiniger, vom Oberstlieutenant Pcchy vorgeführten Compagnienvon Schwarzenberg und Baden und das Feuer einer halbenRaketeubatterie sie zum Stehen brachte. Das Gefecht blieb vonnun au nur von den beiderseitigen Vorposten geführt, und imLaufe des Abends gingen die Piemontesen wieder in ihre frü-heren Stellungen zurück. Am 6. Mai geschah der Schlag aufRadetzky.

Nach dem Gefechte bei Pastrengo vom 30. April gab manösterreichischer Seits den Gedanken ganz aus, den Aufgang aufdas Plateau von Rivoli dem Feinde direct zu wehren. Eskonnte dieses nur geschehen, wenn man sich mit der ganzen Armeedort aufstellte, und davon hielten die entschiedensten Gründe ab.Man hoffte, daß sich Peschiera bis in den Juni hinein haltenwürde, da der Feind noch keine Mittel hatte, es schon förmlichanzugreifen. Ein Unternehmen des Feindes aber mit ganzerMacht gegen Tirol, während die österreichische Armee jedenAugenblick aus Verona herausbrechen und dem Gegner dann jedeVerbindung abschuei.en konnte, wäre für jene das Erwünschtestegewesen. Jeder Schritt aus Verona heraus gegen den Minciohin hätte entweder den Feind augenblicklich zurückgerufen, oderihn genöthigt, sich in der ungünstigsten strategischen Lage, d. h.