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Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
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bei Befestigung Verona's begangen hatte, zuerst nämlich die ansich schon fast unangreifbare Ostseite mit allem Luxus modernerBefestigungsmittcl auszustatten, ehe man an die wichtigere, weiloffensive und vom Terrain gar nicht begünstigte Westseite ging,jetzt aus eine sehr empfindliche Weise bemerkbar. Hätte die Armeejetzt die auf jener Seite völlig überflüssigen Martello- oder nochbesser einige MarimilianSthürme auf dem Abfalle von SantaLucia und einen in der Oeffnnng der Etschbiegung von Santa-Katarina gefunden, wie sicher halte sie vor, in oder hinter Veronaallen Unternehmungen des Feindes zusehen können, und wie hättesie nicht nöthig gehabt, durch ihre eigenen lebendigen Wälle dasHinderniß zu biwen, welches den Feind abhalten sollte, ihr denbeliebigen Ausgang aus der Festung zu verlegen.

So stand nun die österreichische Armee, ohne die Garnison,etwa 30,000 Mann stark, in den ersten Tagen des Mai injenem eben näher beschriebenen Halbkreise vor Verona. Hintereiner mehr ausgedehnten Vorpostenlinie, welche von Corno ober-halb Verona über Camponi, Madonna di Dossobuono, Stivola,Ca di Davide, Viginal Tosi bis Ca Rosalvo unterhalb derStadt an der Etsch lief, hatte sie sich eine concentrirtere Gefechts-stellung zwischen Croce Bianca über St. Massimo und S. Luciabis Rovcggia hin auf die oben bezeichnete Weise vorbereitet.Die Vorpostenlinie hatte die Weisung, sich bei einem ernstenAngriffe des Feindes sofort in die Gesechtsstellung zurückzuziehenund diese dadurch zu verstärken. Von den beiden Corps, welchedie Stellung vertheidigen sollten, war der linke Flügel dem ersten,der rechte dem zweiten Armeecorps angewiesen. Das erste Corps,(Wratislaw) hatte als Gefechtsstellung die Linie von Roveggiaüber Chioda, S. Lucia bis Ca Pellegri'no, das zweite (d'Aspre)von da bis Croce Bianca. Alle diese, wie die zunächst davor unddaneben liegenden Orte, waren zur Jnfanterievertheidigung einge-richtet und durch eine gut vertheilte Artillerie unterstützt.

Schon am 5. Mai des Abends meldeten die Vorposten demF.-M. Radetzky, daß starke feindliche Colonnen aus der Ebenevon Nillafranca nach den Höhen von Sommacompagna undSona marschirt seyen. — Am frühen Morgen des 6. sah mansie von den Observationsposten in Verona von den Höhen gegendie Stadt herunterziehen. — Um 9 Uhr meldeten zuerst die Vor-posten von Ca Nova und Camponi aus den Anmarsch des Fein-des. Bald darauf wurden sie angegriffen, sowie die bei Caselled'Erbe durch den piemontesischen General d'Arvillars, und zogensich in die Gefechtsstellung bei Santa Lucia. Die Vorposten ausder ganzen Linie folgten diesem Beispiele.

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