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Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
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Frühe um 6 Uhr, am 6. Mai, stand die piemontesischeArmee, 45,000 Mann mit 66 Kanonen, unter dem Gewehr,um 7 Uhr bewegte sie sich über die Ebene. Unter dem lautenVivatrnfe auf Carl und Italien avancirte die piemontesischeSchlachtlinie der Division des Marquis d'Arvillars, der überCasale d'Erbe drang, als sie von der linken Flanke her durch dasFeuer einer geschickt placirteu österreichischen Batterie zum Haltengebracht wurde. Die Division marschirte auf, das Geschütz vorder Mitte, hinter demselben die Brigaden Acqui und Casale, dieReiterei und die Schützen auf den Flügeln. Um 9 Uhr beganneine lebhafte Kanonade. Inzwischen war General Bava mit denBrigaden Aosta und Königin rechts gegen Santa Lucia vorge-drungen.

Santa' Lucia mit dem Theile der Gefechtsstellung des erstenArmeecorps, welcher gegen das zweite Armeecorps hiulag, alsobis Ca Pellegrino hin, war von dem, über 1000 Köpfe starken10. Jägerbataillon unter Oberst Kopal besetzt, dem das Grena-i dierbataillon Danthon zur Reserve diente. Die Jäger hatten denAusgang von Santa Lucia, den großen Garten dort, die Kirche,rechts davon den vor dem Orte liegenden, durch eine Allee mitdemselben verbundenen, mit einer Mauer umschlossenen, mit Banquetsund Schießscharten versehenen Kirchhof, und noch weiter hineinen diesen flankirenden Steindamm besetzt. Gegen diese, auchvon einigen Geschützen vertheidigte Stellung, ließ General Bavadie Brigade Aosta vordringen, während seine Flanke nach derEtsch durch die Brigade Königin gedeckt blieb. Die österreichischeArtillerie, welche am Eingänge von Santa Lucia stand, mußtebald weichen, und nun entwickelten sich Schwärme von piemon-tesischen Tirailleurs, bald darauf aber dichte Kolonnen, welche mitgroßer Entschlossenheit vordrangen, aber von dem mörderischen Feuer,und, wo das nicht half, mit dem Bajonette von den tapfernJägern zurückgetrieben wurden. Besonders heftig wurde bei demKirchhofe gestritten, welcher von 2 Compagnien Jägern besetztwar. Drei Stunden vertheidigte sich hier und an dem Eingangvon Santa Lucia das 10. Jägerbataillon vortrefflich, bis endlich,gegen 1 Uhr Mittags, als vie Munition anfing auszugehen,Santa Lucia und die vorliegenden Puncte geräumt wurden. Dennachdringenden Feind brachte das hinter dem Dorfe aufgestelltek. k. Grenadierbataillon Danthon zum Stehen. Den Zuruf derPiemontesen: „Kommt, Brüder, unter unsere Fahnen!" beant-worteten jene italienischen Grenadiere mit einer Salve und mitder Antwort: „Vorwärts mit dem Bajonnette." Das Grenadier-bataillon Danthon und das 10. Jägerbataillon, sich gegen den