LSI
liches Handeln. Gegen Sie, mein Fräulein, habe ich aber aucheine besondere Schuld der Dankbarkeit. Sie, das Kind einesalten Kriegers, haben dem alten Führer einer herrlichen Armeeeine persönliche Freude machen wollen und dadurch mein altesHerz erwärmt. Ich habe mit Freude Ihre sreuudliche Gabeempfangen, ich habe sie empfangen als ein Zeichen, daß dasfeinfühlende Frauenherz in mir die Armee hat ehren wollen." —
Radetzky's Absicht mußte zunächst die seyn, seinen Marschauf Mantua dem Feinde so lange wie möglich zu verbergen. Erwurde deshalb mit dem Eintritt der Nacht am 27. Mai um 8'/rUhr Abends in 3 Colonnen angetreten.
Das erste Corps (Wratislaw) ging über Toinba, Vigasio,Roncaleva, Castelbelforte, wo es abkochte, Ca Rossi, Ca Pastoriund Boschetto nach Mantua, wo es am 28. Mai um 2Vz UhrNachmittags eintraf. Das ganze Corps bildete den Schirm gegenden Feind für die Bewegung; da es dem Feinde am nächstenblieb, so wurde jede Brigade zur rechten von einer Seitenpatrouilleje von einer Compagnie Infanterie und einem Zug Husaren, be-gleitet. Diese nahmen ihren Weg über Ca Bernascone, Rizza,Jsolata, Vigasio, Nogarola, Bagnolo auf Mantua.
Das zweite Corps ging aus der Hauptstraße von Mantuabis Jsola della Scala, von da über Torre, Erbe, Ponte Possaro,Lorga nach Castellaro, ab und marschirte dann aus der Straßevon Legnano nach Mantua, wo es am 28. um 7 Uhr Abendseintraf. Dem zweiten Corps folgte die Infanterie des Reserve-corps, die Reserve-Artillerie und der Brückentrain.
Eine Brigade der Reserve war die Nacht zum 28. hindurchaus dem Glacis von Verona geblieben, einem etwaigen Angriffdes Feindes zu begegnen, und war dann, als Arrieregarde derArmee der ersten Colonne folgend, auch in der Nacht zum 29.vor Mantua eingetroffen. Der ganze Marsch wurde ausgeführt,ohne auf das geringste Hinderniß von Seiten des Feindes zu stoßen.
Außer den beiden Mitteln, seinen Abmarsch vor dem Feindezu verbergen, dem Abmarsch bei der Nacht und der größten Schnel-ligkeit desselben sollte auch das dritte, der falsche Angriff, nichtversäumt werden. Eine österreichische Abtheilung unter F.-M.-L.Graf Lichnowsky, unterstützt durch einige Compagnien Landes-schützen aus Deutschtirol, stand mehr zur Beobachtung als zurVertheidigung auf den Plateau von Rivoli, obgleich sie am 12.und 22. Mai die Stellungen des Feindes am Caffaro nachdrück-lich recognoscirt hatte, erhielt aber jetzt von F.-M. Radetzky denBefehl, den Feind am 28. Mai bei Garda und Bordolino an-zugreifen, und, fände sie ihn vielleicht durch den Eindruck der