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Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
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zweite — endlich Schlagen der feindlichen Armee, wenn dieösterreichische Macht nicht in der Minderzahl wäre — oder freiesSpiel, um im entgegengesetzten Falle wieder nach rückwärts ope-riren zu können, und sich so einen Vorsprung dazu errungen zuhaben, bevor der Feind die Oesterreichs wieder erreichen konnte —mit andern Worten — Ueberlistung desselben, wenn man ihnauch nicht schlagen konnte, war der dritte und Hauptzweck derBewegung der k. k. Armee nach Mantua.

Am 26. Mai wurde der k. k. Armee eine neue Eintheilunggegeben. Ein großer Theil der Truppen Thurns, die eben an-gekommen und sehr ermüdet waren, blieb als Garnison in Veronaund in den Werken zurück. In Verona führte der F.-M.-L.Weigelsberg den Befehl, der 16,000 Mann unter seinen Befeh-len hatte. Die übrigen Streitkräste wurden in 3 Armeecorpsgetheilt. Erstes Corps, F.-M.-L. Wratislaw, 15 Bataillons,8 Escadrons, 36 Geschütze; zweites Corps, F.-M.-L. d'Aspre,17 Bataillons, 8 Schwadronen, 36 Geschütze, und das Reserve-corps, F.-M.-L. Wocher, 11 Bataillons, 28 Escadrons und79 Feuerschlünde. — Wir dürfen diese Armee wohl nahe aus45,000 Mann anschlagen, vom besten Geiste beseelt, voll Ver-trauen zu sich und zu ihren Führern.

Bei dem Abmärsche von Mailand waren viele Officiere undSoldaten um ihr ganzes Gepäcke gekommen, weil die Mannschaftohne Tornister den Allarmplätzen zugeeilt und hernach von einigenKasernen durch die Barrikaden getrennt geblieben war, wo denn Allesden Aufständern in die Hände fiel. So trug selbst mancherOfficier nichts als das Kleid auf dem Leibe davon und seinenDegen. Es erfolgten darauf aus allen treuen Provinzen derMonarchie zahlreiche freiwillige Gaben an Geld, Kleidungsstückenund Wäsche, namentlich auch für die Verwundeten. Den Feld-marschall erfreuten diese Gaben, und erfreute namentlich auch daöGeschenk einer von Frauenhand gearbeiteten Decke an ihn. WenigeTage vor seinem Auszuge von Verona gegen Mantua dankteer der Geberin in einem eigenen Schreiben aus Verona ck. cl. 21.Mai 1848. Es werde uns gut angerechnet, wenn wir denwesentlichen Inhalt desselben hier aufnehmen:

„Mein Fräulein! Ich habe viele Jahre durchlebt, ich habegute und schlimme Zeiten gesehen und stets unsere edlen deutschenFrauen voran gesehen, wenn es sich handelte, ein patriotischesWerk zu fördern, Noth zu lindern. So auch jetzt — Dank demedlen Sinne dieser Frauen — ist für die Verwundeten gesorgt,sind die Offiziere wieder mit dem Nöthigsten versehen. Ich dankeaus vollem Herzen dafür allen edlen Frauen für ihr ächt weib-