443
ihm zu halten, und auf das rechte Ufer hinüber auf den Feindzu wirken. — Das ganze Gefecht bei Rivoli lieferte übrigenskein Resultat von Belang — als daß das Journal des Debatsdie Phrase gebrauchen konnte: „Von dieser Stunde an ist Italienunabhängig!"
Nach diesem Unternehmen gegen Rivoli beschloß Carl Albertein anderes auf Verona, und ließ am 12. Juni seine Truppenbei Rvverbella, Valeggio, Sonua, rc. sammeln, dann bei Villa-franca concentriren. Die Nachricht von dem Marsche Radctzky'sauf Viceuza mußte schon am 7. Juni in Carl AlbertS Haupt-quartier bekannt gewesen seyn, wie ein Brief des KriegsministersFranzini au den General Dnrando beweist, worin er ihm mit-theilt: „der Feind marschirt nach Legnago, um sich gegen Sie zuwenden," und doch beschloß man erst am 11. Juni die Bewegung',welche durch einen Handstreich Verona nehmen sollte, und inderen Folge nun die österreichische Armee, am 13. Juni Nachmit-tags, noch einmal wie zur Schlacht von Santa Lucia aus Veronarückte. Erst um die Mittagsstunde bewegte sich Carl Albert vonBillafranea gegen Ronco, Tomba, rc. Diejenige Trnppenabthei-lung, welche die linke Flanke der Bewegung deckte, griff, wieoben schon bemerkt, die österreichischen Vorposten bei Tombetta,Santa Lucia, rc. au. Der entschlossene Widerstand derselbenmochte schon auf die Ankunft bedeutender Unterstützungen schließenlassen, als vollends die immer wachsenden Linien des Gegnersdie Anwesenheit Radctzky's außer Zweifel setzten. Das Gefechtbei den Vorposten wurde immer schwächer und hörte endlich ganzauf. Eine gleichzeitige Meldung von der Uebergabe Vicenzasvergewisserte Carl Albert, daß seine Ueberraschung Veronas zuspät gekommen — oder Radetzky zu bald nach Verona gekommensey. Das Hauptquartier Carl AlbertS wurde in der Nacht zuAlpo aufgeschlagen. Weil ein Bewohner von Verona eineSchildcrhebuug von 6 — 700 Individuen im Platze versprochenhatte, wenn Verona angegriffen würde, wollte Carl Albert die-sen Angriff am 1-1. versuchen; allein als dieser berührte Veroneseram 1-1. vortrug, er sey durch den Commandanten in Villafrancaselbst behindert worden, das verabredete Zeichen seinen Genossenin Verona zu geben, auch Bava auf die Ankunft Radctzky's inVerona, die guten Werke dieses Platzes, rc. hingewiesen haben mag,gab Carl Albert zur Stelle den Befehl, den Rückmarsch der Truppenin die alten Quartiere anzuordnen. Der Rückzug wurde ange-treten mit aller Vorsicht bei Bava's Corps, weniger bei Sonnaz'sCorps. Denn z. B. Novara Reiterei ließ die Feldspitäler unddie Handpferde bei der äußersten Arrieregarde, und es bedurfteder ganzen Tapferkeit des Obersten und der ihn unterstützenden