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Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
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waltmarsches in vergangener Nacht zn erholen, als plötzlich vonden Observatorien der Stadt gemeldet wurde, es zogen großefeindliche Colonnen, mit allem zu einem Flußübergange nöthigenMatcriale ausgerüstet, von Villafranea gegen Albaredo an dieEksch. Eine, wie es schien, zur Deckung dieser Bewegung gegenVerona vorgeschobene Abtheilung des Feindes griff die österreichi-schen Vorposten bei Tomba, Tombetta und Santa Lucia an. Esentspann sich ein lebhaftes Vorpostengefecht, während welchemdie k. k. Truppen aus ihren Bivouaes und Kasernen in derHoffnung und dem Vorgefühle eines neuen Sieges auf dasSchlachtfeld eilten. Es waren wirklich die Hauptkräfte CarlAlberts, welcher die Absicht hatte, nicht, wie man in Veronaannahm, nur über den Fluß zu setzen und dann nach Vicenza zueilen, sondern die Abwesenheit des Gegners zu benutzen, undeinen Handstreich auf Verona zu führen, von dein man sich sehrsanguinischer Weise einen sichern Erfolg versprach, während man imösterreichischen Hauptquartier wohl kaum eine Besorgniß davor hegte.

Was hatte Carl Albert aber seit den 10 Tagen nach demAbmärsche der Oesterreichs vom Curtatone gethan? Er hatte dieverlassene Stellung am Courtatone wieder besetzen lassen; er hattemit sechsfach überlegenen Kräften die österreichische Brigade deöObersten Zobel vom Plateau von Rivoli vertrieben!

Wir wissen, daß Oberst Zobel, in Folge der Gefechte am28. und 29. Mai bis Cavajon vorgedrungen war. Es war,wie wir ebenfalls wissen, der falsche Angriff, das Glied der Com-bination, welches zur Täuschung des Feindes eingesetzt war. Dasdieß so war, mußte der Feind lauge wissen, und doch dagegenwendete er sich. Der Generallieutenant de Sonnaz mußte mitden beiden Divisionen Broglia und Herzog von Genua, 20,000Mann, gegen Zobel vorrücken. Zobel hatte sich freiwillig schonvon Cavajon nach Rivoli zurückgezogen; F.-M.-L. Lichnowskybeobachtete die westliche Seite des Gardasees und das Thal derChiese bis zum Tonal. Am 9. Juni bemerkte Zobel aus denBewegungen des Feindes, daß derselbe die Absicht habe, dieStellung von Rivoli anzugreifen, was auch am 10., früh 6 Uhr,mit Ueberlegenheit erfolgte. Der König Carl Albert war per-sönlich zugegen, und befand sich im Centrum seiner Schlachtlinie,bei Gazzoli. Vor solcher Uebermacht zog sich Zobel natürlichsehr bald zurück, aber doch erst, als der Feind sein Geschütz auf-gefahren und ringsum seine Massen entwickelt hatte. Er gingin größter Ordnung über Jncanale nach Preobacco, wobei eineüber Pazzone gehende Seitencolonne die Flanke sicherte. Hierfaßte er wieder Posten, sendete Infanterie und etwas Artillerieauf das linke Ufer der Etsch, um sich da in gleicher Höhe mit