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hatte sich die Sage verbreitet, daß sie auf den Höhen von Sonaund Somma Campagna außerordentlich fest verschanzt sey. Ob-schon sehr in der Nähe, hatte man in dem feindlich gesinntenLande doch kein Mittel gefunden, sich irgendwie genauere Nach-richten darüber zu verschaffen. Nur das wußte man, daß diesehr lange Linie von Custozza über Somma Campagna und Sonabis Santa Ginstina nur mit verhältm'ßmäßig sehr wenigen Trup-pen besetzt seyn konnte, und daß man also Gelegenheiten genugfinden würde, die Linien des Feindes irgendwo zu durchbrechen,die Hauptposten in Flanke und Rücken zu nehmen, was dannihren völligen Verlust zur Folge haben müßte. Um aber womöglich den zum Hanptangriff erwählten Theil der feindlichenLinie noch mehr zu schwächen, sollte einen Tag früher ein falscherAngriff von Montebaldo her gegen Rivoli gemacht werden. DerFeind schien auf den Besitz des Plateau von Rivoli solches Ge-wicht zu legen, daß man glauben durfte, er werde es durcheine dahin entsendete Verstärkung zu halten suchen. Hiernachwurde nun folgender Entwurf zum Angriffe gemacht.
Das dritte Corps, Graf Thurn, greift am 22. Juli denFeind auf dem Plateau von Rivoli an.
Die Hauptarmee sammelt sich am Abende des 22. hinterdem Abfall von Santa Lucia und Sän Massimo, und marschirtum 1 Uhr früh zum Angriff der Höhen von Santa Giustina,Sona, Somma Campagna, und zwar: rechter Flügel, zweitesCorps, F.-M.-L. d'Aspre, gegen Santa Giustina und Sona;linker Flügel, erstes Corps, F.-M.-L. Wratislaw, gegen SommaCampagna; das erste Reservecorps, F.-M.-L. Wocher, 12,000Mann, folgt so, daß es im Falle der Noth das eine oder das andereCorps unterstützen kann.
Demnach ordneten die einzelnen Corps ihren Anmarsch undihren Angriff wie folgt.
F-M.-L. Graf Thurn vereinigte 23 Compagnien (von denRegimentern Wellington, Baden, Erzherzog Ludwig und Kaiser-Jägern, von den Wiener Freiwilligen und dem ersten Jägerbatail-lon), eine Rakel- und eine von Maulthieren getragene Haubitz-batterie aus dem Montebaldo bei Acquanegra, einer Sennhütte,8 Compagnien (von den Regimentern Kaiser-Jäger und ErzherzogLudwig), 1"/z Escadrons (vom Regiment Liechtenstein-Chevaur-legers) und 4 Geschütze, unter F.-M.-L. Lichnowsky, im Thaleauf der Chansss bei Brentino. Graf Thurn leitete selbst denAngriff auf den Bergen. Er hielt seine größte Kraft auf seinenrechten Flügel, mit dem er sich so nahe als möglich am hohenGebirge hin bewegte, umging so alle Stellungen des Feindes in