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Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
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war schwach. In dem, in der Nacht von Carl Albert im't seinenGeneralen abgehaltenen Kn'egsrathe wurde daher die RäumungMailands ausgesprochen. Alle Mitglieder des Kriegsrathes warendarüber einig, daß es die Lage der Sache gebieterisch erheische,so schnell als möglich mit dem F.-M. Radetzky in Unterhandlungzu treten, um ihm die Uebergabe der Stadt gegen gehörige Sicher-heit für das Leben und Eigenthum der Bewohner und gegen dasanzubieten, daß das piemontcsiiche Heer sich unbelästigt auf dasrechte Ufer des Ticino ziehen dürfe. Es wurde daher sogleichein General abgesendet, welcher den F.-M. Radetzky zu S. Do-nato traf und mit ihm leicht einig wurde, weil das Interesse beieiner derartigen Convention ein gemeinschaftliches war. Docherklärte Radetzky, daß er sich bei dem Umstände, als er keinepolitische Autorität besitze, nicht competent fühle, was die Be-wohner Mailands anbelangte, eine Entscheidung zu treffen, undnur für die Haltung seiner Truppen beim Einmärsche in dieStadt haften könne, ohne jedoch für die weiteren Maßregelnseiner Regierung zu garantiren. Jedoch autorisirte er, auf weite-res Begehren des piemontesischeu Abgeordneten, die Auswanderungder Lombarden im Gefolge des Heeres, und versprach für diepiemontesischeu Kranken und Verwundeten, die nicht mitgenommenwerden könnten, alle mögliche Sorge zu tragen. Am folgendenTage berief Carl Albert neuerdings den Kriegörath zusammen,und theilte ihm die Bedingungen zu einer Uebereinkunft mit; allefanden sie ehrenvoll, und es handelte sich nur darum, sie derprovisorischen Regierung, den verschiedenen Comitös, rc., mitzu-theilen.

Es wurden zu dem Ende Deputirte der verschiedenen Autori-täten rc. in den Palast Greppi berufen, wo Bava und ein an-derer General im Namen Carl Alberts sie mit dem bekanntmachen mußten, was geschehen war und was noch geschehenmußte, ihnen den Schmerz auszudrücken, sie verlassen zu müssen,daß aber Jeder der Armee folgen könne, und daß gewiß vonSeiten der piemontesischen Regierung Alles geschehen würde, dasGeschick der Flüchtigen zu mildern, und sie des brüderlichen Mit-gefühls versichert seyn könnten. Diese Mittheilung, die theilsniederschmetterte, theils aufregte, durcheilte die Stadt unter demwirren Gedränge einer rathlosen Masse, welche, unfähig, dieUrsachen des schlimmen Ausganges zu erkennen, nur überallVerrath sah, und sich nun zuletzt an denen rächen wollte, die ihngeübt haben sollten. So wäre in diesen letzten verhängnißvollenStunden, die Bava selbst «»geschmückt berichtet, Carl Albert selbstfast das Opfer dieser Wuth geworden. Eine rasche Nemesis,