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Uebrigens erließen die österreichischen Generale ernste War-nungen an die Lombarden, namentlich aber auch um die Wieder-holung der vorjährigen Neckereien gegen das Militär zu verhin-dern, welche nur dazu beitragen mußten, dem Hasse der Soldatengegen die Italiener neue Nahrung zu geben.
Im Februar und Mär; 1849 mehrten sich die Anzeichen,daß der, nach so herrlichen Waffenthaten und glänzenden Siegender Oesterreich er im vergangenen Jahre mit Carl Albert abge-schlossene Waffenstillstand nicht durch einen Frieden besiegelt, viel-mehr F,-M. Radetzkv, dieser helle Lichtstern in einer düstern Zeit,seine tapfern Truppen zu neuen Siegen führen würde. Der auf„die verfluchten Lateiner" erbitterte k. k. Soldat lauschte übrigensmit wahrer Gierde auf jedes Gerücht vom baldigen Kriege. Undder blieb von Carl Alberts Seite nicht lange mehr aus.
Seit dem Abschlüsse des Waffenstillstandes hatte es an Strei-tigkeiten verschiedener Art nicht gefehlt. Noch verweilte die sar-f dinische Flotte im adriatischen Meere. Von Ancona, wo sie über-» winterte, wurde Venedig zur See vielfach mit Bedürfnissen allerArt versehen, und von der piemontesischen Regierung den Veue-tianern eine bedeutende monatliche Unterstützung an Geld verab-folgt. Piemontesische Agenten schlichen sich in die Reihen desösterreichischen Heeres, und bemühten sich, Italiener und Ungarnzur Desertion zu verleiten. In Turin befand sich sogar einelombardische Consulta, welche sich als Regierung gerirte. Inder berufenen Nationalversammlung zu Turin herrschte damalsdie demokratische Partei, und diese forderte Krieg. Am Schlüssedes Februars und in den ersten Tagen des März begann derFeldzug des österreichischen Heeres wider die empörten Ungarnx eine bedenkliche Wendung zu nehmen, und ein sogenannter unga-f rischer Gesandte, Baron Spleny, in Turin erscheinend, erhitztej durch übertriebene Schilderungen der ungarischen Erfolge die' Gemüther. Am 5. März überreichte die Deputirtenkammer demKönige Carl Albert eine nach Krieg rufende Adresse. Das Näm-liche geschah von Seite der lombardischen Consulta. Carl Alberthatte zwischen zwei Dingen zu wählen: entweder Friede mitOesterreich und Bekämpfung der Revolution im eigenen Lande,oder dann mußte er der Revolution nachgeben und Oesterreichabermals den Krieg erklären. Und er wählte letzteres, entwederweil er sich nach der „Volksstimme" richtete*), oder weil er
") Man liest an einer Stelle: „Dieser König, welcher mit lächelndem^ Munde dem Tode auf dem Schlachtfelde trotzen konnte, hatte nicht denMuth, sich über die Schmeicheleien oder das Verdammungsurtheil derClubs hinweg zu setzen; dem so eifrig frommen Monarchen kam es nicht