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Die Wiederaufnahme der durch den Aufstand im März 18-48unterbrochenen Recrutirnng machte den Behörden viele Unan-nehmlichkeiten. Die Recrutirnng erregte neuen Unwillen, vorzüg-lich bei den Städtebewohnern; allein es konnte und durfte keineAusnahme in Italien gemacht werden. Uebrigens flohen da-mals Tausende außer Landes, nach der Schweiz, nach Venedig,nach den sardinischen Ländern. Viele trieb dazu weniger derWiderwille, unter Oesterreichs Panner dienen und gegen die ita-lienische Sache selbst fechten zu müssen, als vielmehr die Abnei-gung gegen den Kriegsdienst überhaupt.
Obgleich Amnestie erlassen war, obgleich die österreichischenBehörden die lombardisch-veuetianischen Provinzen in jeder Hin-sicht mit großer Schonung behandelten, so vermochten sie dadurchdoch nicht allgemein den Unwillen der Italiener über die Vereite-lung ihrer neuen Staats- und Regierungsplane zu verscheuchen, undihre Absonderungsgelüst: zu vertilgen; zumal nicht, als die Demo-kraten und übrigen Wühler, in dem Glauben, Frankreichs Re-publik werde doch noch und bald für sie bewaffnet einschreiten,und der Sarden-König den Krieg bald wieder erklären, und inder Hoffnung, Englands Diplomatie werde im Nothfalle für sievermittelnd, d. h. Oesterreich hemmend und hindernd, auftreten,neuerdings die Staaten Mittelitaliens zum Schauplatz ihres Wir-kens anScrsehen hatten, und bereits zur Umwandlung einstweilendieser Staaten in eine gemeinsame Republik schritten. In allenStädten Mittelitaliens predigte man bereits den Krieg gegenOesterreich. Uebrigens flößten die Kriegsposaunenstöße dem altenRadetzky gar zu wenig Furcht ein Denn als am 7. Februar1849 in Ferrara drei aus dem Spital nach der Citadelle zurück-kehrende österreichische Soldaten von dem Pöbel auf den Tod miß-handelt wurden, so scheute sich der Feldherr nicht, die Frevler zuzüchtigen. F.-M.-L. Haynau mußte mit 4 Bataillons, 2 Es-cadrons und mehreren Geschützen (Brigade Coronini) nach Fer-rara abrücken. Am 18. Februar ging Haynau über den Po,drang ohne Widerstand nach Ferrara, und zwang die Stadt,augenblicklich eine bedeutende Geldstrafe zu erlegen und Geiselnfür ein künftiges ruhiges Verhalten zu stellen. Am zweiten Tagezog er wieder ab, ohne daß von Seite der anderen römischen Städtedie mindeste militärische Gegenmaßnahme sich bemerklich gemacht hätte.
Land von dieser Plage zu befreien. Dennoch gab es auch außer Italienangebliche Menschenfreunde, welche sich berufen fühlten, in diesem Ver-fahren einen Act der Rache zu beklagen. Der Mailänder hingegen, sowenig es ihm einfiel, den Oesterreich«» Dank hiefür zu wissen, besaßwenigstens Tact genug, über dieses Capitel stillschweigend wegzugehen."