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Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
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517
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S17

aus der Hei'math fehlte — allen Verlockungen und Versuchen, ihreTreue zu verführen.

Für den Dienst beim Hauptquartier hatte Radetzky nachalter Uebung wieder eine starke Schwadron Stabsdragoner errich-tet, welche Major Graf Forgatsch befehligte. Diese Art Feld-Gensdarmerie wurde aus den verschiedenen Regimentern — tüch-tige Leute mit gute» Pferden — gezogen. Auch ihre Uniformi-rung hatte Radetzky bestimmt. Ueber einer grauen Reithose tra-gen sie einen schwarzen Waffenrock mit weißen Metallknöpfen.Die Cartouche sitzt an einem weißen Bandelier, und an einerebenfalls weißen Säbelkuppel hängt ein schwerer, fast gerader Sä-bel mit reich verziertem Korb, wie ihn im dreißigjährigen Kriegedie Reiter zu tragen pflegten. Der schwarze Filzhut in mittel-alterlicher Form, den sie statt des früheren Helmes tragen, ver-vollständigte in würdiger Weise den ganzen Anzug. Dieser Hut,an der rechten Seite hinaufgeschlagen, ist mit einem schwarzenFederbusch verziert, der über den Rand der Krämpe nach demRücken zu herabfällt. Ein weißer, weiter Mantel, welcher, beiden Officieren kleiner, durch weißseidene, mit Quasten verzierteSchnüre auf der Brust festgehalten wird, bildet den Schlußsteineiner Tracht, welche dem malerischen Aeußern der Stabsdragoneretwas eigenthümlich Kühnes, ja Abenteuerliches verleiht. Wenn

sie sehr vorzüglich. Wenn zwanzig Mann des Nachts daher kommen inihren langen Manteln mit dem schwarzen Lederzcug, das sich in derDunkelheit nicht verräth, das Gewehr auf der Schulter, so hört mankeinen Schritt, keinen Lauf. An den Häusern schleichen sie hin, und wennman auch glaubt, der Grenzer sehe nur auf seine Füße — denn er gehtmeistens mit gesenktem Kopf — so entschlüpft seinem Blick doch nicht dasGeringste, was sich um ihn her bewegt. Von ihrem Talente, sich frem-des Eigenthum anzueignen, können sie bei der strengen Disciplin in derösterreichischen Armee nur da Gebrauch machen, wo eine Stadt oder einDorf, sey es wegen Verrath, sey es wegen hartnäckigem Widerstand,für eine Zeit lang der Plünderung preisgegeben wird. Alsdann raffensie aber auch Alles zusammen und nehmen, was ihnen gerade unter dieHände fällt, ob sie es brauchen können oder nicht, und ihr Tornisterenthält in solchen Fällen neben einigen Zwanzigern, die sie gefunden,altes Eisen, Weiberkleider, Haartouren und Eßwaaren. Mir wurde er-zählt, im vorigen Feldzuge habe ein Grenzer eine Standuhr auf seinemTornister mitgeschleppt, die mit zwei großen hölzernen vergoldeten Del-phinen geschmückt war; er wollte sie als Beutestück mit in die Heimathnehmen. Auf dem Marsche und im Bivouac ist keine Truppe so gut mitfeineren Lebensmitteln versehen, wie die Croaten. Wie sie es oft her-bekommen, weiß der Himmel, aber immer haben sie was Appartcs, undwenn man den Deckel von ihren Kesseln abhebt, so schauen sehr häufigdie gelben Füße einer Ente oder eines Welschen vorwitzig aus der Suppe;überhaupt haben sie im Einsangen von Geflügel eiue merkwürdige Fer-tigkeit.