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Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
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516
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S16

gleich Reuß und Radetzky Husaren, Schwarzenberg, Franz Carl,Erzherzog Ernst, Franz Este, Wasa Infanterie beinahe rein ausMagyaren recrutirt waren, hielten sie dennoch fest zur Kaiser-fahne, und widerstanden— obwohl es nicht an Boten und Briefen

gen werden, denn so tapfer der einzelne ungarische Husar ist, so ist docheine Fechtart mit geschlossener Fronte weniger seine Lieblingssache. Derdeutsche Reiter dagegen rückt langsam und besonnen vor, und wirft erauch auf seinem gewaltigen Rosse den Feind nicht zurück, so beißt er sichdoch in seine Glieder ein und dringt, mit dem schweren Säbel Alles nie-derhauend, bedächtig, aber unaufhaltsam vor; entweder sein Feind unter-liegt oder er. Auf dem Marsche singen die deutschen Reiter ein

stilles harmloses Lied, das, so viel ich weiß, nur eine einzige Strophehat, die sie aber unzählige Male in einer sehr einfachen Melodie wieder-holen. Diese Strophe heißt:

„Der Mensch muß a Freud han,

Und a Freud muß der Mensch hnn.

Und wenn der Mensch ka Freud hat,

WaS hat dann der Mensch?"

Was die österreichischen Jäger- und Schützenbataillone anbelangt, so hatwohl kein Staat ähnliche auszuweisen. Die meisten bestehen aus Stei-rern und Tirolern, die von Jugend auf große Fußmärsche und Berg-klettern gewohnt sind und mit der Büchse trefflich umzugehen wissen. IhreBekleidung ist einfach und zweckmäßig, von grauem Tuch mit grünenAufschlägen, dazu den bekannten dunkeln Hut. Die steirischen Freiwilli-gen haben auf demselben Gemsbart und Spielhahnfedcrn; die andernSchützen einen dunkelngrünen Federbusch. Ihre Gewehre, die Kammer-büchse, find von sehr zweckmäßiger Construction, sie schießen sicher undweit. Dazu sind die Schützenbataillone das lustigste und vergnügtesteVolk von der Welt; gewandt, unermüdlich, vorzüglich sowobl im Bor-postendienst, wie auch im Sturme, und es ist in den letzten italienischenFeldzügen wohl keine Truppe den feindlichen Batterien so gefährlich ge-wesen und so hartnäckig zu Leibe gegangen, wie die Jäger und Schü-tzen. Sehr interessant sind die Croatenregimenter, die Grenzer,

sowohl durch den Eindruck, den sie im Ganzen, als auch durch den, wel-chen die einzelnen Soldaten machen. Sie haben statt der weißen Röcke,wie die übrige Infanterie, braune, und sind sehr tüchtige Regimenter.Der Soldat ist meistens groß und schlank, schön gewachsen, mit fremd-artigen hellbroncefarbigen Gesichtszügen. Die zahlreichen Zigeuner, diesich unter ihnen befinden, erkennt man auf den ersten Anblick. DerAusdruck ihres Gesichtes ist ganz eigenthümlich, ihre Hautfarbe dunklerund ihre Haare straffer und pechschwarz. Von Jugend auf gewohnt, kmFreien zu leben, und jedem Geräusch um sie her ein aufmerksames Ohrleihend, sind sie zum Plänkler- und Patrouillendienst sehr brauchbar.Soll aber der Croat in das Feuer gehen, so muß vor allen Dingen derOfficier vorangehen. Da dieß bekanntlich in der trefflichen österreichischenArmee stets der Fall ist, so ist der Croat ein sehr brauchbarer Soldat.In geschlossener Fronte zu stürmen, was der deutschen Infanterie dasgrößte Vergnügen macht, ist nicht so sehr seine Sache; dagegen weißkeiner, wie der Croat, beim Vorgehen in der Plänklerkelte jeden Terrain-vortheil; einen Strauch, einen Graben zu benutzen, um dem Feinde un-bemerkt näher zu schleichen. Auch als nächtliche Schleichpatrouillen sind