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Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
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F.-M.-L. Heß schon in Mailand) die Schlacht geliefert werden,an deren günstigem Ausgang man nicht zweifelte. Dann wollteman sich umwenden, beiCasale oder Mezzana Corti über den Pogehen, den feindlichen rechten Flügel ebenfalls aus dem Feldeschlagen, und mittelst des Marsches auf Turin den Feldzug be-endigen. Jener erste Contremarsch am Tessin auswärts gewährtezugleich den Vortheil, daß im Fall eines Aufstandes der Mailän-der man gleich nach gewonnener Schlacht ihnen mit BlitzeSschnel-ligkeit mit der ganzen Armee auf den Nacken sitzen konnte.

Der trefflichen Anlage des Planes entsprach eine musterhafteThätigkeit und Genauigkeit bei dessen Ausführung. Es mochtenkaum zweimal 24 Stunden seit der Kriegserklärung verstrichenseyn, als die entfernteren Truppentheile bereits in Bewegungnach der Adda waren. Einige Zeit später setzte sich Alles, waSin Bergamo und Brescia stand, südwärts nach dem Po inMarsch. Zuletzt brach die in Mailand und Umgegend stationirteTruppenmasse auf und marschirte rückwärts gegen Lodi, rc. Nurdie nächst dem Tessin cantonnirenden Truppen bewegten sich un-mittelbar auf Pavia, wobei die nachrückenden jedesmal die vonihren Vorgängern ausgestellten Vorposten am Flusse ablösten.Beinahe zur nämlichen Stunde waren die Truppen der fünfdesignkrten Armeecorps auf dem ihnen angewiesenen Sammelplatz.Die wahre Absicht des Feldherrn blieb so sorgfältig verschwiegen(Viele glaubten, die Armee werde, zwischen Lodi und Cremona, ineiner Vertheidiguugsstellung concentrirt, u. s. w.), daß selbst diehöchsten Officiere der in Pavia postirten Truppen ganz verwun-dert waren, als sie am 20. März in der Frühe vernahmen, dieArmee des Feldmarschalls stehe bereits vor den Thoren Pavia'svereinigt. Man hat aber auch keinen Begriff von der Verschwie-genheit, von der Stille und Umsicht, mit welcher von dem k. k.Hauptquartier aus die Fäden des ganzen Unternehmens geleitetwurden. So wenig in Mailand, als in den folgenden Nacht-quartieren wußte Jemand, außer wenigen Personen der nächstenUmgebung Radetzky's, wohin es eigentlich gehe; eben so bei denArmeecorps, und daher kam es, daß diese Vereinigung der Armeeund dann der unvorhergesehene Uebergang derselben über denTessin ohne Belästigung vor sich gehen konnte.

Am 18. März verließen der Feldmarschall, das Hauptquartierund die Truppen Mailand. Da in der guten Hauptstadt derLombardei nicht Jedem zu trauen war, so geschah von SeitenRadetzky's zur Aufrechthaltung der Ruhe, was nur irgend mög-lich. Oberst v. Heintzel, welcher das Obercommando der inMailand zurückbleibenden Truppen, etwa 4000 Mann, übernahm,