fassen*). Eben so tapfer als unerschrocken, wie die Jäger, fochtalle übrige Infanterie, die in's Gefecht kam. Nnr die Rei-terei hatte wenig Gelegenheit, sich auszuzeichnen. Das durch-schnittene Terrain war für Reitergefechte nicht tauglich; auchließen sich die Piemontesen auf dieselben nicht ein. Kleine Arbeitjedoch gab es schon hie und da, und bei einem solchen Anlassepassirte eine recht gute Geschichte. In dem Augenblicke nämlich,wo ein Piquet österreichischer Husaren einen feindlichen Zug Lan-zenreiler attaguirte, sprengte einer dieser Ulanen heran und rief:,,.sor Iiorränli mÜ8 Mßarotli vsgzunlc!" („Kommt zu uns her-über, Wir sind ja auch Ungarn!") Ihm jagte aus den Reihenein Husar entgegen, haute den Ulanen mit einem furchtbarenHieb vom Pferde, indem er ihm ebenfalls auf gut ungarisch indie Ohren schreit: „Un pockig Nemelli vngotll!" („Aber ich binein Deutscher!")
Obgleich Nachmittags des Kampfes Ausgang nicht mehrungewiß war, so wünschte der F. -M. Radetzky die Sache vorder Dunkelheit beendigt und den Anmarsch deö vierten Armee-corps vor der Nacht. Das Reservecorps laugte an, gegen halb6 Uhr zogen die Grenadiere desselben vor dem Feldmarschallvorbei. Bei ihrem Anblicke lächelte Radetzky ganz vergnügt; dieLeute kamen gut geschlossen, aber fast in vollem Trabe daher.Der Fcldmarschaü meinte: „Wenn meine Grenadiere noch an dieArbeit kommen, da wird's ein schnelles Ende haben." Aber siekamen nicht mehr an die Arbeit.
Der unermüdliche Oberst Benedeck hatte mit den gesammel-ten Trümmern seines tapfern Regiments von Neuem den Feindgeworfen; die übrigen Bataillons unter d'Aspre, Erzherzog Albrecht,Appcl, rc. gewannen immer mehr Terrain und Vortheil; und —gegen 6 Uhr Abends tauchten auf der linken Seite des kaiserli-chen Heeres Reiter mit weißen Mänteln aus dem Hügellandeempor; es war der Vortrab des vierten Corps. — Der anGeneral Thurn mit dem Befehle abgeordnete Officier, nach No-vara abzurücken, hatte übrigens sich verirrt; der General aber,welcher bereits jenseits der Agogna stand, hatte sich aus eigenem
') Ein junger, frischer Bursche beim neunten Jägcrbataillon, der als Feld-zeichen einen ungeheuren Busch, einen kleinen Wald, auf dem Hute trug,stand hinter einem fußdicken Baum heiter und guter Dinge, denn erschoß fast nie fehl; plötzlich fährt eine Kanonenkugel daher, reißt denGipfel des Baumes herunter, schleudert ihn aus die Erde, so daß derJäger unter den Aesten und Zweigen für einen Augenblick vollkommenbegraben liegt. Lachend windet er sich endlich hervor und sucht sich einentüchtigen Erdhaufen, hinter welchem er sein Geschäft eifriger als zuvorfortsetzte.