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Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
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Antrieb, als er den anhaltenden Schlachtendonner vernahm, ent-schlossen, nicht wieder über den Fluß zurückzugehen, sondern sichnach der von Vercelli nach Novara führenden Heerstraße zu wen-den. Als er die Heerstraße erreicht hatte, überzeugte er sich bald,daß der Feind von dieser Seite her keinen Angriff erwartete, dennman traf auf Krankentransporte, welche nach dem Spitale vonVercelli gehen sollten. Erst eine halbe Stunde von der Stadtstieß der Thuru'sche Vortrab auf feindliche Reiter. Eine Schwa-dron Windischgrätz-Chevaurlegers warf sie unter die Mauern vonNovara zurück. F.-M.-L. Thurn marschirte über die Agogua-brücke und stellte sein Corps ü oksval der Straße gegen denFeind auf.

General Chrzanowsky sollte eben die Führung des Haupt-schlages auf d'Aspre eingeleitet, den Divisionen BeS und Dnrandonebst den Garden eine Linksschwenkung befohlen haben, als ersich auch von Vercelli her bedroht sah. Radetzky hatte aber nichtsobald das Anrücken seines vierten Corps vernommen, als ereine Vorrückung der ganzen Schlachtlinie befahl. — Von allenSeiten begann ein neuer, fürchterlicher Kanonendonner. Es warein unerhörtes Krachen und der Boden dröhnte unter unzähligenSchlägen. Plötzlich aber hörte das Krachen auf, und nur ein-zelne Schüsse rollten noch; bald herrschte für den Augenblickringsum tiefe Stille, aber nur für den Augenblick, denn nunbegann daS Kleingcwehrsener mit furchtbarer Heftigkeit; dumpfwirbelten die Trommeln, und ein ungestümes Hurrahgeschrei er-tönte aus den Sturmcolonnen der Oesterreicher. Die Bicoccaund die vertheidigten Casinen wurden von den Oesterreicherntapfer erstürmt, wobei die Italiener, das Infanterieregiment Erz-herzog Sigismund, 5 Kanonen eroberten; auch von der Agognaher drängte das österreichische Infanterieregiment Nugent, erstürmtemehrere Casinen und nahm 3 Geschütze. Die piemoutesischenFahnen sanken. Ein nicht enden wollendes Hurrahgeschrei zeigtedem Feldherrn an, daß der Feind nach einem tüchtigen Bajon-nettangriff vollständig geworfen worden sey. — Der österreichi-sche Adler hatte gesiegt. — Wohl grollten noch hie und da einigeKanonenschüsse; allein die Schlacht war aus. Die Piemoutesenretirirten nach der Stadt, ein Theil sogar in regelloser Flucht.Doch einige Bataillone Garden und Linientruppen, auch die Velt-liner und Bergameser Schützen, rc. machten, tapfer fechtend, einenschönen Rückzug. Es begann zu nachten, vom Himmel hingenWolken schmutzig und grau wie lange Schleier herab auf dieblutgetränkte Erde, leise und gleichförmig fiel der Regen hernieder