Buch 
Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
Entstehung
Seite
555
JPEG-Download
 

333

so voll» sovllsito un I>on vorige " Ein junger Mann, der drau-ßen gewartet, setzte sich ebenfalls in den Wagen, und so schnelldie Pferde laufen konnten, fuhren sie davon. Es war CarlAlbert; so verließ er sein Heer, nachdem er der Krone, wie be-merkt, zn Gunsten seines Sohnes entsagt hatte.

Indem ich dieses niederschreibe, hat dieses unruhige und ge-quälte Herz, an den Folgen des Tages von Novara, längst auf-gehört zu schlagen, weit entfernt von der Heimath.

Nachdem Carl Albert Novara verlassen hatte, schickte derneue König von Sardinien noch in der Nacht den General Cos-sato ab, um von dem F.-M. Radetzky einen Waffenstillstand zuerlangen. General Coffato wurde sogleich zum F.-M.-L. undGeneralquartiermeister Heß, welcher auf dem Schlachtfelde znden Dispositionen ver Verfolgung des Feindes zurückgelassen wor-den war, geführt, und brachte vor, sogleich einen Waffenstill-stand zu schließen, mit dem Ersuchen, so lange die Feindseligkeiteneinzustellen, bis er die Kammern in Turin davon in Kenntnißgesetzt habe. Heß verwarf augenblicklich diesen Antrag, mit demBedeuten, daß die Feindseligkeiten Tag und Nacht fortwährenwürden. General Coffato wurde nun nach Vespolate gesendet.In aller Frühe traf er daselbst ein, und drückte dem F.-M. Ra-detzky selbst von Seiten des Königs von Sardinien den Wunschaus, einen Waffenstillstand abzuschließen, und so lange die Feind-seligkeiten eingestellt zu sehen, bis er die Kammern von Turin inKenntniß gesetzt habe. Diesen Antrag wies der Graf Radetzkyebenfalls entschieden und mit dem Bedeuten zurück, daß die Feind-seligkeiten Tag und Nacht fortwähren würden. Zugleich aberwurden die früheren Waffenstillstandsbedingungen als die einzigannehmbaren angeboten, welche bis znm Abschluß des Friedens diemilitärische Besetzung der Länderstrecke zwischen dem Ticino undder Sesia, wie jene der Stadt Alessandria vollständig und derFestung gleichen Namens mit getheilter Besatzung, endlich denAbzug der sardiuischen Flotte aus dem adriatischen Meere, unddie schnellsten Friedensunterhandlungen durch eigens hiezu zn be-stimmende Gesandte zwischen Oesterreich und Sardinien festsetzten.Zugleich gab der Feldmarschall dem General würdig und deutlichzu verstehen, wie wenig das frühere Benehmen der piemontesischenRegierung im Stande sey, Oesterreich, das stets offen und ehrlichverfahren, Vertrauen einzuflößen, und daß man an Friedensbe-dingungen nur vermittelst der kräftigsten Garantien denken könne.Coffato ging ab.

Inzwischen setzten sich die Oesterreichs in Besitz von Novara.In der Nacht hatte F.-M.-L. Thurn einige Vorkehrungen zur