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Oesterreichs überall geschlagen worden seyen, und die leichtgläu-bigen Mailänder glaubten auch den Lügen, und daß die ange-kündigte Rückkehr der k. k. Armee nichts als ein vertragsmäßigerRückzug sey. Unbegreiflich bleibt dieses, wenn man bedenkt, daßNovara von Mailand wenige deutsche Meilen entfernt ist, so daßman den Kanonendonner der Schlacht deutlich in der Hauptstadtder Lombardei vernahm, und daß man die gewissen Nachrichtenaus dem Felde in wenigen Stunden haben konnte. Das thataber alles nichts; Radetzky war mit seiner Armee geschlagen,der Marschall mußte sich nach Mailand zurückziehen, werde auchmorgen schon die Stadt wieder verlassen, und, sich an die Festun-gen Verona und Mantua lehnend, noch einen letzten Versuch wa-gen, die siegreich vordringenden Piemontesen aufzuhalten. — Sohatten es sich die Mailänder ausgemalt, und kamen haufenweiseaus der Porta Vercellina, um die geschlagene Armee zu sehen,gingen aber meist kopfschüttelnd zurück, denn das lustige Aussehender Grenadiere, die Fröhlichkeit sämmtlicher Mannschaft undnamentlich die eroberten piemontesischen Batterien mochten ihnenverdächtig vorkommen. Doch hatte für letzteres ein gescheidterKopf den guten Einfall und soll gesagt haben: „Was wollt Ihr?das sind keine piemontesischen Geschütze; die Oesterreichs habendie Laffetten blau gefärbt, um uns irre zu führen." Und dieseköstliche Gewißheit fand allgemeinen Anklang.
Gegen 10 Uhr Morgens stieg F.-M. Radetzky zu Pferde,um den erstaunten und verwirrten Mailändern den Anblick seinesfeierlichen Einzuges zu gewähren. Den Vortrab machten einigeZüge Dragoner und Sereschaner, alsdann folgten die StabSdra-gvner und sämmtliche Sereschaner, dann 2 Oberoffieiere des Ge-neralstabes, und hierauf der Sieger selbst, inmitten der Erzher-zoge Carl Ferdinand und Leopold, der Generale Heß, Schönhals,Wocher, rc. und einer großen und glänzenden Umgebung. Alles,was von Officiereu aller Waffen und Grade nur möglicherweisesich anschließen konnte, folgte dem SiegeSzuge, und die ganzebreite Straße Mailands, durch welche man zog, wogte und glänztein Gold, Silber, Helm und Federbusch.
Der greise Marschall an der Spitze ritt, wie gewöhnlich,einen Schimmel, und sah heiter und vergnügt aus; es schien ihnwenig zu kümmern, daß die Stadt selbst ihm keinen festlichenEmpfang bereitet hatte, und sich auf der Straße nur wenigeHände zum Gruß erhoben. Nicht als ob es den Straßen undPlätzen Mailands, durch welche der Zug ging, an Zuschauerngefehlt hätte, Gott bewahre! Längs den Häusern standen sietausendweise massenhaft zusammengedrängt und die Balköne waren