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Schreiben kam auch die charakteristische Stelle vor: „Wenn ichmeinen Gegner nicht zum Aeußersten drängte, so geschah es, weilich wußte, daß Gott die Mäßigung mehr als den Uebermuthdes Siegers schätzt."
Von allen Seiten regneten Auszeichnungen und Anerkennun-gen auf den edlen Sieger. Der König Marimilian II. vonBayern, ein ächtes Soldateuherz, verlieh ihm den Orden des hei-ligen Hubertus; auch von Hannover, Sachsen, re. folgten hoheDekorationen, so daß der Feldmarschall gegenwärtig 32 Ordens-und sonstige Dekorationen besitzt. Der Kaiser von Rußland er-nannte den F.-M. Radetzky zum ersten oder Oberfeldmarschallseiner Armeen, und übersandte ihm den Marschallstab, welcherl'/s Schuh lang, l'/z Zoll im Durchmesser, ganz von Gold mitcmaillirten Lorbeer- und Eichenblättern umwunden, und oben undunten 2 Zoll hoch mit Brillanten besetzt ist. Der König Ludwigvon Bayern befahl, die Büste von Radetzky anzufertigen, um siein seiner deutschen Schöpfung, der Walhalla, unter den Bildnis-sen der großen Männer unseres Vaterlandes aufzustellen.
Die Stadt Wien verlieh dem F.-M. Radetzky das Bürger-recht. Noch in Novara geschah dem Feldmarschall die Ehrenbe-zeugung, daß die Abgeordneten der Wiener Commune dort ein-trafen und ihm das Ehrenbürgerrecht der Stadt Wien Übergabe».Unter dieser Deputation befand sich der Präsident des Gemeinde-rathes, l)r. Seiler, und der Wiener Bürgermeister Bergmüller.Radetzky empfing diesen Beweis, wie sehr man im fernen Vater-lande seine unsterblichen Verdienste zu schätzen wußte, mit großerFreude. Er legte das Diplom zur Ansicht in seinem Zimmerauf, und Alle durften es betrachten. Die Ausstattung desselbenist in jeder Hinsicht ein Prachtwerk. Auf dem Umschlag befindetsich in Silber, Gold und Emaille das Wappen des Feldmar-schalls, in der Kapsel und an dem Document diejenigen des Hau-ses Habsburg und der Stadt Wien.
Aus der Anrede des Dr. Seiler bei der Uebergabe desDiploms au den Feldmarschall hebe ich folgende Stelle hervor:„Die bedeutsamen Worte, welche Euer Ercellenz in jenen Tagenernster Siegcssreude (Curtatone und Custozza) uns zuriefen, siefinden in unsern Herzen noch heute den lebhaftesten Anklang.Ja, der Bürger Wiens wird fortan die oft erprobte Treue mitum so größerer Hingebung zu bewahren wissen, je tiefer ihn derMakel schmerzt, womit ein wahnsinniges Beginnen entfesselterLeidenschaften den reinen Spiegel seiner Ehre zu trüben wagte.Auch wir halten das Glück des Vaterlanoes für unzertrennlichvon seiner Einheit — für einzig möglich durch treues Anschließen