an den Thron eines geliebten Herrscherhauses. Auch wir hoffenzuversichtlich, daß Eintracht und Bruderliebe die Volker des Kai-serreiches mit einem festen, mit einem unauflöslichen Band um-schlingen werden. Die Blicke Oesterreichs, die Blicke Europenssind von Neuem erwartungsvoll auf die Heldenschaar gerichtet,welche Euer Excellenz unter sieggewohnten Fahnen vereinigen.Möge uns demnächst ein ehrenvoller Friede beglücken, mögenneue Siege uns zu neuer Bewunderung ausrufen: der Dank desVaterlandes für Vollbrachtes wie für Zukünftiges liegt in demHerzen jedes ächten Oesterreichers."
Richtiger und zur bessern Zeit, wie in diesem Augenblicke,hätte die Deputation Wiens nicht erscheinen können. Die neuenSiege waren da, und neue Lorbeerblätter wanden sichum das weiße Haupt des Helden; neben Curtatone und Custozzaschreibt die Geschichte Mortara und Novara!
Das Schreiben der Stadt Wien in Bezug auf das über-sandte Diplom beantwortete Radetzky folgendermaßen:
„Herr Präsident! Die Stadt Wien hat mir durch Siedas Diplom überreichen lassen, kraft welchem mein Name alsEhrenbürger im goldenen Buche Wiens eingezeichnet ward. Durchdiese schmeichelhafte Auszeichnung sehe ich mich in eine Bürger-gemeinschaft aufgenommen, die immer meinem Herzen theuer war.Die Stadt Wien wird stets meine innigste Anhänglichkeit besitzen,denn ihr verdanke ich so viele frohe Erinnerungen aus meinemfrüheren Leben. Ich bitte Sie, Herr Präsident! dem Gemeinde-rath und der ganzen Bürgerschaft Wiens meinen innigsten Dankfür eine Ehre auszudrücken, die ich über Alles hochschätze. DerTag, wo ich diese Gesinnungen meinen neuen Mitbürgern münd-lich ausdrücken zu können so glücklich wäre, würde einer derschönsten meines langen Lebens seyn. Die politischen Stürmedes unheilvollen Jahres 1848, die nicht allein die Grundfestendes europäischen Staatengebäudes, sondern auch die moralischenGrundpfeiler der Gesellschaft umzustürzen drohten, hatten sichüber dem sonst frohen und glücklichen Wien entladen, doch derSturm ist, gottlob! vorübcrgebraust, und nur noch aus weiterFerne hört man sein Tosen. Schon bricht die Morgenröthe einerbessern Zeit heran, und aus finsterer Nacht tritt daö altetreue Wien mit verjüngtem Glänze wieder hervor.Bald zieht unser junger und hoffnungsvoller Monarch wieder indie Thore seiner Hauptstadt, in die Hallen seiner Väter ein;dort will er sich die Krone des großen und vereinten Oesterreichsaus das Haupt setzen; wir werden dann ein Fest der Versöhnungund Wiedervereinigung feiern, wie noch kein Volk ein ähnliches