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Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
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576
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große Schlag bei Novara rief, wie zu erwarten stand, einenUmschwung der Verhältnisse in der italienischen Halbinsel hervorund hat Oesterreich in sein gutes Recht und zu seinem alten Ein-fluß wieder eingeführt. Selbst der gedemülhigten Dynastie hatjenes Ereigniß die Bahn geöffnet, das leichtsinnig verscherztekönigliche Ansehen wieder zur Geltung im eigenen Lande zu bringenund das Königthum neu zu befestigen.

Während in den sardinischen Staaten durch Bezwingungdes revolutionären Genuas, rc. die Herstellung des königlichenAnsehens angebahnt wurde, überschritten Oesterreichs wackere Krie-ger den Po, um den kaiserlichen Adler an die ihm als Schutz-herrn über Mittelitalien gebührende hohe Stellung zurückzuführen.Vorerst geschah dieses in Parma.

Am 16. März war diese Stadt behufs der großen Concen-trirung der Armee vom k. k. General Degeufeld geräumt worden,und noch am nämlichen Tage hatten die Stadtbehörden ihr Bündnißmit Sardinien, in Kraft vorjähriger Acten, neu proclamirt. Am 22.rückte der sardinische General La Marmora mit einer Division inParma ein, mußte aber in Folge der Schlacht von Novara unddes abgeschlossenen Waffenstillstandes die Stadt am 28. Märzwieder verlassen und auf piemontesischeö Gebiet wieder zurück-kehren. Während acht Tagen sorgte die Civica für die öffent-liche Sicherheit, bis Feldzeugmelfter d'Aspre mit seinem Corpseinrückte und im Namen des rechtmäßigen Herrn die Regierungdes Landes anordnete. Am 18. Mai hielt der regierende Herzogselbst seinen feierlichen Einzug in Parma.

Wie alles Land am rechten Pvufer, so war auch Modenavor Eröffnung des Feldzuges geräumt worden, und F.-M.-L.Culoz mir seinen- Truppen zur Hauptarmee abgezogen. DerHerzog Franz V. von Modena blieb in seinem Lande, und wartetedie Krisis in dem Fort BreScello ab. Des Herrschers fester Sinnwirkte mächtig auf die Gemüther und das Land blieb ruhig.

Schon während der vorjährigen Unruhen hatte die toscani-sche Regierung die, in Folge des Hcimfalls von Lucca ihr oblie-gende Abtretung einiger Gebictstheile an Modena und Parmaverweigert, und so waren seitdem jene Bezirke, worin u. a. dieOrtschaften Pontremoli und Fivizzano liegen, bei Toscaua ver-blieben. Der Herzog von Modena, welcher am 30. März inseine Residenz zurückkehrte, beschloß, die Gelegenheit nun zu be-nutzen, das ihm zugehörende Fivizzano in Besitz zu nehmen. F.-Z.-M. d'Aspre hatte den General Grasen Kvllowrat über Reggionach der toscanischen Grenze beordert und der Herzog Franz schloßsich mit seinen Truppen der österreichischen Brigade an. In der