S7S
Aber nicht allein der Kaiser belohnte und ehrte die Tapferndes Heeres in Italien; dieses Heer selber ehrte nnd belohnte diewürdig gefundenen Waffenbruder. So ließ es, als ein Zeichender Bewunderung der Thaten des zehnten Jagerbataillons undseines edlen Führers, Oberst Kopal, der, an der Spitze seinerTapfern fieberkrank fechtend, den Heldentod auf dem MonteBerico vor Vicenza gefunden hatte, ein Signalhorn fertigen nnddem Bataillon feierlich überreichen. Das Signalhorn war silbernnnd reich vergoldet. Die Widmung erscheint durch die dem Endedes Horns eingeschnittene Unterschrift: „dem tapfern zehnten Jä-bataillon die italienische Armee unter dem Sieger Radetzky" aus-gesprochen. Auf dem von dem Doppeladler gehaltenen Gold-schilde finden sich die Worte: „Monte Berico" nnd „Kopalruft."— Nach dem Wunsche der Geber wäre nun die Helden-stimme des ritterlichen Kopal H für alle Dauer in das Signal-horn eingeschlossen, und diese Stimme, die am Siegestage desMonte Berico vorantönte, wäre es, die sich auch kräftig in jedemLaute des Hornes, sey eS bei heiterer Feierlichkeit, sey es inernster Stunde des Kampfes, kundgebe. Denn nach der Absichtder Spender ist das Signalhorn keineswegs bestimmt, im ver-schlossenen Raume als Schaustück verwahrt zu werden; im Lebender That zu wirken ist die ihm zugedachte Aufgabe. Es sey einschallendes Banner, das, indem eS den Hörenden mahnt: „Kopalruft!" die Erinnerung an einen gefeierten Führer und an eineGroßthat wecken, und zu neuen Großthaten und heldenhafter Hal-tung begeistern muß. Dem Signalhorne ist ein Gedenkbuch bei-gegeben, dessen Titelblatt (von Pros. Geiger) eine Ovation derverschiedenen Waffengattungen vor der Büste Kopals darstellt,nnd in welchem die Namen der Heerführer mnd Officiere derspendenden italienischen Armee nach Regimentern eingetragen sind.
Radetzky, nach der Lombardei zurückgekehrt, widmete sichnach den genossenen Freudcntagen wieder mit Energie den ernstenBeschäftigungen seines Amtes, er beschäftigte sich mit der Her-stellung der Ordnung in Venedig, in den selbstständigen StaatenItaliens, und mit dem Friedensschlüsse mit Sardinien. Zugleichsendete er Generäle und Truppen nach Ungarn ab, um dort diekaiserlichen Fahnen ebenfalls triumphiren zu machen. — Der
*) Oberst Carl v. Kopal, Commandant des zehnten Jägerbataillons, Patri-cier der freien Städte Fiume und Buccari, erhielt schon nach dem Kampfebei Santa Lueia, im Mai 1848, den Lcopoldsordcn. Nach der glänzen-den Waffenthat auf dem Monte Berico vor NIcenza wurde ihm derThercficnorden vom Capitel zuerkannt, indeß schmückte dieses hohe Ehren-zeichen nur mehr sein Grab; denn er war der Wunde erlegen, die er imsiegreichen Kampfe erhalten hatte.