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Schon am 9. Mai näherte sich General Kollowrat mit derösterreichischen Avantgarde auf der Eisenbahn der feindlichen Stel-lung. Am Calambrone, einem von Livorno beiläufig eine Stundeentfernten Canal, machte er Halt, und führte dann seine Brigade,bei welcher sich auch die herzoglich modenischen Truppen befan-den, links zur Umgehung des Feindes längs den Abhängen desMonte nero. Am folgenden Morgen langten auch die BrigadenStadion, Liechtenstein und Gustav Wimpffen, theils mittelst derEisenbahn, theils auf der Straße, an. Um 10 Uhr erfolgte derAngriff. Das Regiment Kaiser-Infanterie rückte rasch vor, ver-trieb die Insurgenten aus ihrer Aufstellung und erbeutete zweivernagelte Vierundzwanzigpsünder. Erst vor den neuen Mauern,bei der Porta Fiorentiua, stieß es auf nachdrücklichen Widerstand.Das Gewehrfeuer wurde lebhaft, und als F.-M.-L. ErzherzogAlbrecht in Gesellschaft des Herzogs von Modena, zur Leitungdes Gefechtes herbeisprengte, empfing die tapfern Prinzen einKartätschenschuß aus einem versteckt erhaltenen Geschütze und einAdjutant des Herzogs wurde verwundet. Vom Hafendamm herwurde die rechte Flanke der Oesterreicher aus Sechsunddreißig-pfündern beschossen. Diese Kanonen waren aber entweder schlechtbedient oder durch langjährige Dienste untauglich geworden, denndieses Feuer blieb ohne Wirkung; auch ließ sich deren Bedienunggar bald durch das Geschütz der Oesterreicher vertreiben! AmAbend lagerte das k. k. Armeecorps vor den neuen Mauern.
Gegen diese wurde am 11. Mai, früh 7 Uhr, auf 400Schritte das Feuer von 4 Achtzehnpfündern eröffnet, und gleich-zeitig die Stadt aus einer Raketen-, einer Zwölspfünderbatterieund aus 4 Stück Zehnpfünderhaubktzen beschossen. Schon nach10 Minuten zeigte sich in der Mauer ein Loch, und nach andert-halb Stunden noch zwei andere weite Lücken, welche sofort durchPkonniere für eine Fronte von 6 Mann gangbar gemacht wur-den. Die feindlichen Schützen hatte das Feuer von der Mauerverscheucht. Um 10 Uhr Morgens drang das Regiment Paum-garten im Sturm durch die Breschen, und bemächtigte sich, ohneeine Flinte abzufeuern, von der Rückseite her des nächsten Thores.Die Häuserreihen der Vorstadt waren von den Insurgenten be-setzt, welche aus den Fenstern schössen, und starke Barricadensperrten die Straßen. Die Oesterreicher erstürmten die Häuserund gaben keinen Pardon. Die Brigade Kollowrat,, das neunteJägerbataillon und die modenesischen Pionniere an der Spitze,drangen auf der Ostseite in die Stadt. Die geschlagenen Insur-genten flohen durch die Stadt auf die Schiffe, wohin auch vieleEinwohner sich in Sicherheit begeben hatten, und um halb 12