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Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
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Uhr rückten die österreichischen Colonnen in der schönsten Ordnung,mit Evivva und Händeklatschen der Einwohner begrüßt, in dieinnere Stadt und besetzten die wichtigsten Posten. In den Straßenund auf den Plätzen lagerten die Truppen; F.-Z.-M. d'Aspreund die Prinzen bezogen in den, an dem Hauptplatze anstoßendenPallästen ihre Quartiere. Plötzlich um 2 Uhr Nachmittags fielenSchüsse aus den Fenstern der, am Hauptplatze stehenden Kircheund der anstoßenden Häuser, wodurch mehrere Soldaten getroffenwurden. Diese Treulosigkeit hätte ohne die ausgezeichnete Manns-zucht, welche im Radetzky'S Heere zu Hause ist, schreckliche Fol-gen für Livorno nachziehen können; den Thätern brachte sie, alsjene Gebäude sofort von der Brigade Kollowrat erstürmt wurden,allerdings den Tod. Die städtischen Behörden säumten nicht, diekaiserliche Generalität ihrer guten Gesinnung zu versichern undeine ansehnliche Geldsumme als freiwilligen Beitrag an den Kriegs-kosten anzubieten Livorno wurde entwaffnet, später die nämlicheMaßregel in Pisa vollzogen, und über ganz Toscana die mili-tärische Besetzung ausgedehnt. Am 25. Mai zog d'Aspre inFlorenz ein. Es geschehe dieses, verkündigte er, damit Friede,Ruhe und Ordnung desto besser hergestellt werden mögen. Willigließen sich auch die Florentiner entwaffnen. d'Aspre schlug einst-weilen sein Hauptquartier in Florenz auf, umgeben von zweikaiserlichen Erzherzogen, vielen fremden Fürsten, Officieren undeinem glänzenden Generalstabe, der es mit jedem Helden desSchlachtfeldes, wie des Salons aufzunehmen im Stande war*).

Dem Armeecorps des F.-Z.-M. d'Aspre war eine unter dieBefehle des F.-M.-L. Wimpffen gestellte Division in's Parmesa-nische nachgerückt. Diese erhielt die Bestimmung, die Romagnazur Ordnung zurückzuführen. Schon am 8. Mai, um 4 UhrMorgens, erschien die Division Wimpffen vor Bologna, vor derPorta galliera, und um 8 Uhr fielen die ersten Kanonenschüsse.Bologna ist von alten Mauern und Thoren umschlossen; die Be-satzung bestand, nebst der Civica, so viel sich näml.ch von ihrverwenden ließ, aus dem vierten päbstlichen Infanterieregimente,(in welchem auch Schweizer dienten), einigen hundert Carabiniers,und Zollwächtern, einigen Artilleristen mit einem Dutzend Kano-nen und aus eben bewaffneten (aber nicht militärisch eingetheilten)Facchini (Lastträger, Taglöhner, rc.). Militärischer Commandant

*) Und wirklich, die Florentinerinnen schienen das auch anzuerkennen, wasübrigens zu bedeutenden Duellen Anlaß gegeben hat.— Die Garnison vonFlorenz bestand aus einigen der tüchtigsten und tapfersten RegimenterOesterreichs: Paumgarten, Giulay, Kaiser, Franz Carl und neuntesJägerbataillon.

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