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Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
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gegen Terni und bewegte sich, von einer französischen Colonneunter General Morris mehr beobachtet als verfolgt, gegen dietoscanische Grenze. Am 16. Juli war er in Orvieto, am 18. inMontepulciano. Wo sich seine rothen Reiter nur von Ferneblicken ließen, gerieth Alles in Schrecken, denn sein Corps ver-übte vielfache Gewaltthaten. Von Sicna her näherten sich in-dessen die Truppen des Generals Stadion, von den Marken dieder Generale Liechtenstein und Erzherzog Ernst. Garibaldi schlugdaher am 26. Juli längs der Grenze Toscanas den Weg nachSau Sepolcro ein, um die Küste zu gewinnen. Von da über-stieg er die Apenninen und am 31. Juli stieß er bei Sau Leo,nächst dem Gebiete der kleinen Republik Sän Marino, aus dieBrigade des Erzherzog Ernst. Aus die erste Aufforderung ergabensich Neunzehntheile der Bande Garibaldi's. Garibaldi selbstmit 100 Auserwählten entschlüpfte über Vogliano und Savig-nano nach Cesenatico, wo er sich einiger Fischerbarken bemächtigteund in die See stach. Aber die österreichische Marine fing dieSchiffe auf, ein Theil der Flüchtlinge suchte sich nach dem Landezu retten und fiel dort dem Militär in die Hände, nur Garibaldiwußte zu entkommen und irrt seitdem in der Welt umher.

Der letzte Act, welcher die italienische Revolution zu schließenhatte, blieb jetzt noch die Bezwingung Venedigs.

Venedig ist theils durch seine Lage, theils durch die von derKunst herbeigeführten Vertheidigungsmittel beinahe unüberwindlichgemacht. Von der See her kann die Stadt um der häufigenStürme willen nicht anhaltend blokirt, von der Landseite her mitGeschütz nicht wirksam beschossen, ja nicht einmal erreicht werden,so lange das Forts Malghera (richtiger Marghera), im Besitzeder Vertheidiger bleibt. Allein der österreichische Feldherr hatteden kolossalen Gedanken gefaßt und hielt ihn fest, die Eroberungdieser Jnselstadt mittelst Wegnahme von Malghera und förmlicherBelagerung zu versuchen. Dem festen F.-M.-L. Haynau trugRadetzky die Belagerung von Venedig auf.

Die Besatzung dieser Stadt und der zahlreichen Forts be-stand theils aus den abgefallenen kaiserlichen Truppen und Marine-soldaten, theils aus der eigenen Civica, theils aus Freiwilligenanderer revolutionären italienischen Staaten, theils aus geworbe-nen Leuten und zählte gegen 20,000 Köpfe. Der vorzüglichsteTheil der Besatzung war die in der österreichischen Schule aus-gebildete Marine-Artillerie; diese bediente das treffliche und reich-lichst ausgestattete Festungsgeschütz, wovon 550 Stücke die Wällekrönten. Den Oberbefehl führte der ehemalige, schon in mehrereRevolutionen verwickelte neapolitanische General Wilhelm Pepe,