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Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
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586
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dieß die Beschaffenheit des Bodens große Hindernisse entgegen.Beim Eingraben trifft man nämlich bald aus Wasser, und diesesHinderniß kann von der Festung her durch Aufstauung der Canäledes Site bei eintretendem Regenwetter gesteigert werden. InMalghera befanden sich 137 Geschütze, und die Besatzung befeh-ligte ein alter tapferer Militär, der früher in Neapel gedienthatte, Oberst Ulloa.

Die Eröffnung der Laufgraben von Seite der Oesterreichersollte mit dem 20. April stattfinden. Am 18. traf F.-M.-L.Haynau in Mestre ein und schlug dann sein Hauptquartier inder Villa Papadopoli, einem Landhause, 3 Miglien von Mestreauf. — F.-Z.-M. Haynau ist sehr groß; dabei ist seine Figuraußerordentlich schlank, ja mager, eben so sein Kopf mit scharf-markirten Gesichtszügen. Er hat graue Haare, blitzende, abergutmüthige Augen, eine sehr hervorstehende Adlernase und einenseltenen langen grauen Schnurrbart. Derselbe ist im Gegensatzzu den gewöhnlichen Bärten unter der Nase schmal und geht nachbeiden Enden breit auseinander, was dem ganzen Kopfe, na-mentlich im Winde, wenn der Bart flattert, etwas Kühnes,ja Wildes gibt. Eigenthümlich ist bei dem langen, vollkommenproportionirten Gesichte das außerordentlich kleine und zurückfal-lende Kinn, welches in Verbindung mit dem freundlichen Blickder Augen den harten Ernst des Gesichtsausdruckes mildert, undihn zwar nachdenkend, aber nicht finster erscheinen läßt. BaronHaynau ist im Umgänge ein freundlicher, ja liebenswürdigerMann; er hat durch ein bewegtes Leben viel gelernt, viel erfah-ren, und spricht, was sehr angenehm ist, neben dem ihm eigenenVerstände mit vielem Humor. Auch den ernstesten Dingen weißer in der Konversation eine heitere Seite abzugewinnen, undwenn er vom Krieg, von den Greueln der Schlacht erzählt, sofühlt man, daß er es für vollkommen nothwendig hielt, so undso zu handeln, daß ihm aber menschliches Elend, Kummer undNoth wohl zu Herzen geht. Leute, die ihn genau kennen, sindüberzeugt, er würde sich ohne viel Worte und eben so bereit-willig dem Wohl des Ganzen zum Opfer bringen, als er auchseinen besten Freund würde erschießen lassen, wenn es so seynmüßte, nicht aber, ohne im letzteren Falle vielleicht im Geheimenbittere Thränen über eine schwere Pflicht zu vergießen. — Dieihm unterstehenden Truppen, kaum weniger als 30,000 Mann,harrten der Stunde, da der undankbare und in diesen SümpfenTausende dem Krankenlager zuführende Blokadedienst durch einegroße Waffenthat abgelöst werden sollte. Noch aber stand eineneue Geduldsprobe bevor. Seit dreißig Tagen hatte eS bei-