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Empfang des Feldmarschalls von Seiten seines geliebten Monar-chen. Am 14. September beehrte der Kaiser selbst den F.-M.Radetzky mit einem Besuche.
Am 19. September kam Radetzky in daS Operntheater »ndwurde hier mit großem Jubel empfangen; gleich darauf kam derKaiser in das Theater, welcher sogleich den Feldmarsckall in seineLoge einladen ließ. — Am 22. September fand ein großesErerciermanöver der Wiener Garnison auf dem Glaeis zwischendem Burg- und Schottenthor statt, welchem Radetzky neben demKaiser beiwohnte. Bei dem Defiliren der Truppen wurde, unterAcclamation, der nun historisch gewordene Radetzkymarjch vonStrauß (dem Vater) aufgespielt. — An demselben 22. Septemberveranstaltete der Gemcinderath Wiens dem F.-M. Radetzky einglänzendes Bankett von etwa 400 Gedecken in dem sinnig ausge-schmückten großen Redouteusaale, welches bis 7^ Uhr Abendsdauerte. Sämmtliche Toaste aus den Helden wurden mit Enthusias-mus aufgenommen. Die weiten Gallerten des Saales war mitDamen dicht besetzt. Als die Tafel aufgehoben war und Radetzkyden Saal verließ, wurde er von nicht enden wollendem Jubelrufeder Anwesenden, die sogleich Spalier bildeten, überschüttet, undschied sichtlich gerührt aus dem Kreise seiner Verehrer.
Radetzky blieb, allgemein verehrt, einige Wochen in Wien.Am 18. und 20. September wohnte er den Conferenzen in denMilitärangelcgenheiten im KriegSministerium an. Von Wienging Radetzky im Oktober über Preßburg wieder nach Italienauf seinen Posten ab. In Preßburg kam er, im strengsten In-kognito, mittelst Eisenbahn an und nahin bei seiner Tochter, derFrau Gräfin Wankheim, sein Absteigqnartier. Er verbat sich allehuldigenden Demonstrationen und Ehrenbezeugungen, so daß auchsogleich nach seiner Ankunft die vor dem Hause aufgestellte mili-tärische Ehrenwache in ihre Kaserne zurückkehrte; Abends jedochbeehrte dieser hohe Ehrenbürger der Stadt Preßburg das Theatermit seinem Besuche. Aus Preßburg ging Radetzky nach Mai-land zurück, herzlich und freudig von seinem Heere empfangen.
Und so steht denn nun der Feldmarschall, geehrt von seinemKaiser, verehrt vom Vaterlands, angebetet von der Armee, ge-würdiget vom Auslande, in Italien wieder als Schild des Rechtes,der Gesetzmäßigkeit und Ordnung in fester Würde da. Gottsegne sein treues und ausdauerndes Werk!
..Du bist aller Ehren Bild.
Bist Oesterreichs starker Schild.
Droht ihm Gefahr.