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Feldmarschall Graf Radetzky : sein kriegerisches Leben und seine Feldzüge vom Jahre 1784-1850 / von Franz Jos.Adolph Schneidawind
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sich mit schwärzestem Undank befleckend, in einer Weise, daß Ein-wohner Mailands aus allen Klassen sich zu ärgerlichen anti-österreichischen Demonstrationen zusammenrotteten, und ein Theilder Stadt in einen Schauplatz von Insulten gegen die Reichs-farben, die Namenszüge des Kaisers, gegen getreue Unterthanen,von Schmähungen und Verunglimpfungen des Militärs, vonboshaften Widersetzlichkeiten, von thätlichen Angriffen gegen dieder Aufrechthaltung der Ordnung beflissene Macht, und vonrevolutionärem Geschrei verwandelt wurde. Schon am Vorabendehatten durch die Stadt Aufforderungen mit Drohungen an dieBevölkerung circulirt, an dem Feste keinen Theil zu nehmen, undwaren selbst an die Mauern in den Straßen angeheftet worden.— Man nahm während des bemeldeten schamlosen Auftritteseinige der Tumultuanten fest, und es wurde gegen sie sofort zurUntersuchung geschritten, in deren Folge am 22. August 34 In-dividuen theils zu ein- bis dreimonatlichem Arrest, theils zu Stock-prügeln verurtheilt wurden. Die unter denselben befindlichen Aus-länder wurden noch außerdem ausgewiesen. Die körperliche Strafewurde öffentlich auf der Piazza-Castello vollzogen. Unter denen,welche die Strafe der öffentlichen Züchtigung erlitten, befandensich auch zwei junge Sängerinnen, Ernesta Galli aus Cremonaund Maria Conti aus Florenz. Ein ganz praktischer Gegenreizauf eine raffinirte Aufreizung gegen die „Tedeschi".

Im September 1849 reiste F.-M. Radetzky aus Italiennach Wien. Dieser Besuch war vom Kaiser bis zum jüngstenSoldaten, der so oft von seinen Thaten gehört, so oft seine Siegegefeiert hatte, schon längst sehnlichst gewünscht worden; nicht-weniger von Wiens guter Einwohnerschaft. — Am 13. Sep-tember, früh 8 Uhr, war Radetzky in Gloggnitz eingetroffen, undsetzte auf der Eisenbahn seine Reise nach Wien fort. Auf allenBahnstationen waren festliche Empfangsvorbereitungen getroffen,wodurch die Fahrt verzögert wurde. In Wien, im Südbahnhofeharrte die Generalität, der Gemeinderath und im Namen desMonarchen der Oberststallmeister v. Ritter, um den gefeiertenSieger nach der kaiserlichen Burg zu geleiten. Eine unermeßlicheMenschenmenge durchwogte die Straßen; in den betreffenden Vor-städten waren die Häuser festlich geschmückt, hin und wieder Blu-men gestreut, u. s. f. Um 11^ Uhr langte F.-M. Radetzky imBahnhöfe an, und trat um 12 Uhr in einer kaiserlichen Equi-page seinen Triumphzug — so muß man die Fahrt nennen —nach der Burg an, geleitet vom Gemeinderathe und der ganzenGeneralität und unter dem Andränge einer ungeheuren Volks-menge, die ihn begrüßte. Ueberaus gnädig und herzlich war der