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aus und stürzte von der Höhe hinab. Der eine furchtbareSchrei, den ich ausfliest, machte weithin die marschirenden Trup-pen stutzen: ich war auf den zerschmetterten Arm gefallen undlag besinnungslos am Boden. Einige Soldaten hoben mich aufL und setzten mich, da ich wieder zum Bewusttsein gekommen war,auf ein anderes Maulthier, und wieder ging Stunden lang derZug fort, bis ich gegen Mitternacht endlich von der folterndenFurcht eines neuen Falles, die nun jede andere Empfindungzum Schweigen brachte, mich erlöset sah, da die Colonne inCarascosa auf der Heerstraße von Cuenca nach Madrid Haltmachte, um bis zum Morgen von dem endlosen Marsche zu ru-hen. Jener Tag war einer der entsetzlichsten, die ich erlebt;ich hatte den Tod als eine Wohlthat erbeten.
Vorn Generalstabsärzte untersucht ward ich auf seinen Be-richt in Carascosa zurückgelassen und am Tage darauf langsamund möglichst bequem nach Cuenca abgeführt, in dessen Hospi-tal ich endlich die Pflege und vor Allem die Ruhe zu findenhoffte, deren Entbehrung in meinem Zustande die grausamsteQual war.